Kundengruppe der „Immobiliensammler“ – zwischen Privat- und Firmenkunden

29. September 2017 in Kategorie Kredit, Kredit / Immobilien

von
Volker Fentz
Prokurist, Ressortleiter Individualkunden (Firmen- und vermögende Privatkunden), VR Bank Untertaunus eG
Tanja Tatusch
Kreditberaterin Sanierung, Wiesbadener Volksbank eG


Immobiliensammler“ – was versteht man darunter?

In Deutschland werden in den kommenden zehn Jahren rund drei Billionen Euro vererbt. Ein nicht unwesentlicher Teil der Vermögensgegenstände stellen Immobilien dar. Immobilien gelten als wertstabil und nachhaltig. Diese Einstellung wird auch an nachfolgende Generationen übertragen und so findet man oftmals in der aktuellen Erbengeneration Personen mit einer hohen Affinität zu Immobilien, die aber hauptberuflich Einkünfte aus anderen Einkunftsarten beziehen.

Weiterhin begünstigen die niedrigen Anlagezinsen einerseits sowie günstigen Kreditzinsen andererseits vermehrt in Sachwerte, sprich Immobilien, zu investieren. Auch die Frage nach einer alternativen Altersvorsorge oder nach einer Möglichkeit, hohe Steuerverpflichtungen zu reduzieren, unterstützt die aktuelle Entwicklung. Immer mehr Privatpersonen investieren in mehrere Immobilien oder versuchen sich als Aufteiler, Altbausanierer oder gar Bauträger. Hierdurch stellen sie Kreditinstitute in der Betreuung sowie auch in der Analyse vor Herausforderungen, da die zunehmende Bandbreite kleinerer bis hin zu komplexen Vermögensportfolien mit standardisierten Verfahren weder beurteilt noch begleitet werden können.

Wen zählt man zu den „Immobiliensammlern“?

In der Praxis werden unter „Immobiliensammler“ Investoren verstanden, die in regelmäßigen Abständen Objekte zwecks Sanierung und/oder Vermietung erwerben und diese im Bestand halten und/oder zu einem späteren Zeitpunkt wieder veräußern. Ein wesentliches Charakteristikum sind dabei die verschiedenen Einkunftsarten. Immobilen werden „nebenberuflich“ gesammelt. Hauptberuflich werden Einkünfte als Angestellter, Gewerbetreibender oder Freiberufler erzielt. In der Praxis stellt sich die Frage, wie eine Kategorisierung von „Immobiliensammlern“ vorgenommen werden kann. Weiter lesen.. »

Zielbild eines zentralen Informationsverbundes/IT-Inventars

27. September 2017 in Kategorie IT / Orga / Neue Medien

von
Thomas Göhrig
Berater Informationssicherheit und Datenschutz, FCH Compliance GmbH


Für das Informationsrisikomanagement als Teil der operationellen Risiken ist bereits in den MaRisk AT 4.3.1 in Verbindung mit MaRisk AT 7.2 verankert. Dabei haben sich die Institute grundsätzlich an gängigen Standards zu orientieren. Weitere Rahmenbedingungen werden in den sich in der Konsultation befindlichen bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT, kurz BAIT, genannt. Die BAIT konkretisieren die MaRisk und stellen die bisher schon gelebte Aufsichtspraxis dar. Sowohl die ISO 27002 (Kapitel 8 Asset Management), der BSI 100-2 (Kapitel 4.2 Strukturanalyse) als auch die BAIT (Tz. 10) fordern als Basis für ein ganzheitliches Informationsrisikomanagement die Erhebung des Informationsverbundes – teilweise mit unterschiedlichen Begrifflichkeiten.

Nutzen eines zentral modellierten Informationsverbundes

Auf Basis des Informationsverbundes können Schutzbedarfe festgelegt und durch einen darauf folgenden Soll-Ist-Abgleich die Risiken identifiziert und gesteuert werden. Die Bestimmung des Schutzbedarfs erfolgt in den meisten Fällen auf der ersten Ebene des Informationsverbundes (z. B. anhand von Prozessen oder Daten) und vererbt sich dann auf die damit verknüpften Komponenten der nachfolgenden Ebenen (z. B. Anwendungen, Server, Clients, Infrastrukturkomponenten, Netze, Räume, Gebäude). Weiter lesen.. »

FCH-Neuerscheinung: Praxisleitfaden Prozessmanagement

26. September 2017 in Kategorie Buchneuerscheinung, FCH News

Der folgende Titel ist für Sie ab sofort bei uns erhältlich:

Meier (Hrsg.)

Praxisleitfaden Prozessmanagement

Schritt für Schritt zum modernen Kreditinstitut

Stand: 01.08.2017
Erscheinungstermin: 07.09.2017
Umfang: ca. 106 Seiten
Preis: € 59,-
ISBN: 978-3-95725-119-0


Durch die Digitalisierung und wachsende Regularien sehen sich Banken und Sparkassen noch nie dagewesenen Herausforde­rungen ausgesetzt. Diese können sie nur bewältigen, wenn sie sich schnell an neue Entwicklungen anpassen können. Dafür brauchen sie schlanke und transparente Prozesse – doch die sind noch eine Seltenheit in der Branche. Claudia Meier beleuchtet den Status Quo des Prozessmanagements in Kreditinstituten und gibt Vorständen und Führungskräften einen Praxisleitfaden, wie sie Prozesse erfolgreich und nachhaltig etablieren. Das Buch vereint ihr umfangreiches Wissen mit den individuellen Projekt- Erfahrungen von ausgewählten Branchengrößen.

 

Neues BaFin-Rundschreiben erhöht die Sicherheit der Video-Identifikation

25. September 2017 in Kategorie Compliance

von
Michael Sittek
Managing Director IDnow


Seit 2014 dürfen Banken und Finanzdienstleister in Deutschland ihre Kunden per Video-Identifikation legitimieren. Damit ist es problemlos möglich geworden, am Wochenende online ein Konto zu eröffnen oder spätabends einen Kredit zu beantragen. Ab sofort gelten für das etablierte Verfahren neue Sicherheitsstandards: Mit dem 15.06.2017 ist das Rundschreiben 3/2017 (GW) – Videoidentifizierungsverfahren der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-aufsicht (BaFin) in Kraft getreten. Es ersetzt das bisher gültige Rundschreiben 1/2014 (GW), das als Grundlage der Video-Legitimation galt.

In der Branche trifft das langerwartete neue Rundschreiben auf positive Resonanz. Es bestätigt die Video-Identifikation und erhöht die Sicherheit des Verfahrens weiter, ohne auf Kosten der Anwenderfreundlichkeit zu gehen. In die aktuellen Vorgaben der BaFin sind die Erfahrungen eingeflossen, die im täglichen Einsatz der Video-Identifikation in den ersten drei Jahren gewonnen werden konnten. Mit den neuen Sicherheitsanforderungen werden nun selbst ausgefeilte technische Betrugsansätze erkannt und ausgehebelt.

Im vergangenen Jahr kamen zwischenzeitlich Forderungen nach einer ergänzenden Referenzüberweisung und einer Abfrage von Social-Media- Kanälen bei jedem Ident-Vorgang auf. Diese wurden ebenso wenig umgesetzt, wie eine Einschränkung des Anbieterkreises auf Kreditinstitute i. S. d. § 1 Abs. 1 KWG. Auch künftig ist es allen, dem Geldwäschegesetz verpflichteten Unternehmen erlaubt, ihre Kunden per Video-Chat zu identifizieren. Weiter lesen.. »

Prüfung Auslagerungsbeauftragter

23. September 2017 in Kategorie Revision

von
Florian Weiss
Leiter Interne Revision, HEIDELBERGER VOLKSBANK eG


Motive zur Auslagerung

Die Bankenbranche steht aktuell vor großen Herausforderungen. Eine permanent steigende Anzahl neuer bzw. novellierter gesetzlicher und aufsichtsrechtlicher Vorgaben erzeugen Handlungsdruck bei den Entscheidungsträgern. Im Sinne einer guten Compliance und zur Erfüllung dieser Vorgaben werden Banken nahezu gezwungen, erforderliches Expertenwissen in ihren Stabsbereichen vorzuhalten.

Damit verbunden ist ein nicht unerheblicher Einsatz monetärer Mittel in Form von Personal- und Sachkosten. Neben der zunehmenden Regulierung belastet insbesondere das anhaltend niedrige Zinsniveau und das steigende Preisbewusstsein der Bankkunden für Ertragslage von Banken. Einen Lösungsweg zur Bewältigung dieser organisatorischen Herausforderung und zur Entlastung der Personal- und Sachkosten sehen Banken hierbei in der Übertragung von Aufgaben und Prozessen auf externe Dienstleister.

Der Gesetzgeber erlaubt diesen Weg ausdrücklich. Gleichwohl wäre es für den Gesetzgeber bzw. die Bankenaufsicht nicht akzeptabel, wenn Kreditinstitute die Kontrolle über die ausgelagerten Teilbereiche und Prozesse verlieren würden. Weiter lesen.. »