Neue Sonderabschreibung für Vermietungsobjekte?

24. Juni 2016 in Kategorie Kredit / Immobilien, Markt

09052016von
Dr. Martin Cordes, Dipl.-Kfm., Dipl.-Finw., Steuerberater
Jannes Hauke Lüttchens, M. Sc., Dipl.-Finw., Steuerberater
beide Flick Gocke Schaumburg Rechtsanwälte Wirtschaftsprüfer Steuerberater, Bonn


Am 03.02.2016 hat die Bundesregierung den Entwurf eines Gesetzes zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus beschlossen (die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat sowie die Erteilung der beihilferechtlichen Genehmigung durch die Europäische Kommission stehen noch aus). Mit dem neu gefassten § 7b EStG soll eine auf drei Jahre befristete Sonderabschreibung eingeführt werden.

Das Ziel dieser Maßnahme besteht darin, zügig private Investoren zur Errichtung neuer Mietwohnungen in Gebieten mit angespannter Wohnlage zu bewegen, die für mittlere und untere Einkommensgruppen bezahlbar sind. Für private und institutionelle Investoren eröffnet die Sonderabschreibung steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten.

Welche Investitionen sind begünstigt?

Als begünstigte Investitionen im Sinne der Norm gelten die Anschaffung und Herstellung neuer Gebäude, die Anschaffung neuer Eigentumswohnungen sowie die Anschaffung im Teileigentum stehender Räume oder andere Gebäudeteile, die selbständige unbewegliche Wirtschaftsgüter sind. Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten sind aber nur insoweit förderfähig, als die Immobilie mindestens zehn Jahre nach Anschaffung bzw. Herstellung zu Wohnzwecken vermietet wird. Bei Verstoß gegen diese Auflage ist eine rückwirkende Versagung der Sonderabschreibung vorgesehen. Weiter lesen.. »

Aufklärung über die Haftung aus § 172 Abs. 4 HGB

22. Juni 2016 in Kategorie Bankrecht / Sanierung / Insolvenz

taspvon
Dr. Hervé Edelmann
Rechtsanwalt, Bank- und Kapitalmarktrecht
Thümmel, Schütze & Partner, Stuttgart


In seiner Entscheidung vom 18.02.2016, Az. III ZR 14/15, hebt der Bundesgerichtshof hervor, dass es seit je her zu den Pflichten eines Anlageberaters gehört, über das Risiko aufzuklären, dass die Kommandistenhaftung der Anleger trotz vollständig erbrachter Einlageleistung unter den Voraussetzungen des § 172 Abs. 4 HGB wiederauflebt. Hierbei handele es sich nämlich nach Auffassung des BGH um ein strukturelles Risiko, auf welches der Anleger hinzuweisen ist.

Dabei reiche es nach Ansicht des BGH zur Erfüllung einer Pflicht aus, wenn in einem Prospekt bei der gebotenen Gesamtbetrachtung des Prospektinhalts das Wiederaufleben der Haftung im Kern dem Anleger hinreichend deutlich vor Augen geführt wird. Eine weitergehende abstrakte Erläuterung der Haftung aus § 172 Abs. 4 HGB bedürfe es demgegenüber nicht. In diesem Zusammenhang erinnert der Bundesgerichtshof ferner daran, dass von einem verständigen Anleger zu erwarten ist, dass er den Prospektinhalt einschließlich des im Prospekt abgedruckten Gesellschaftsvertrages auch hinsichtlich der steuer- und haftungsrechtlichen Auswirkungen der Ausschüttungen und des Umfangs der Kommanditistenhaftung sorgfältig zur Kenntnis nimmt und ggf. von sich aus Nachfragen stellt. Weiter lesen.. »

Ansatzpunkte für die Prüfung und Beurteilung der Steuerung des variablen Zinsbuchs

17. Juni 2016 in Kategorie Vorstand / Revision / IT

barsch_fchcvon
Thomas Maurer
Direktor Bereich Revision
Münchner Bank eG


Vor dem Hintergrund der nunmehr seit 2009 andauernden Situation mit historisch niedrigen Zinsen hat die Steuerung des variabel verzinslichen Geschäfts der Kreditinstitute eine hohe Bedeutung gewonnen. Festverzinsliche Anlageprodukte, auch mit kurzen Laufzeiten wie Festgelder, wurden für die Kunden unattraktiv. In der Folge war eine massive Umschichtung der kurzen festverzinslichen Anlagen in Geldmarkt- und Sparkonten mit dreimonatiger Kündigung festzustellen. Dies betraf nahezu alle Kreditinstitute.

Die zentrale Frage, die die Interne Revision im Rahmen einer Prüfung der Steuerung des variablen Zinsbuchs untersuchen muss ist, wie auf diese massiven und nachhaltigen Veränderungen der Volumina in den einzelnen Produktgruppen reagiert wurde. Da es im variablen Geschäft keine direkten Vergleichsmaßstäbe für die Anwendung von Bewertungszinssätzen gibt, muss jede Bank den Bewertungszinssatz für variable Produkte eigenverantwortlich auf Basis der historischen Zinsentwicklung, aber auch unter Berücksichtigung zukünftig erwarteter Zins- und Volumensveränderungen, festlegen. Weiter lesen.. »

Can Risk Management and Compliance be digitalized?

15. Juni 2016 in Kategorie AufsichtsEnglisch

unionjackby
Karl Viertel
CEO, Alyne


Digitalization is a seemingly new buzz word on the agenda in many organizations as well as in pitch decks of savvy consultants. It describes the introduction of digital technology to an organizational process to make existing activities more effective or deliver a new service to the organization. Avoiding manual steps, human intervention and any unnecessary interfaces are commonly a focus point. Over the past decades, the term has been used in various contexts, from actually transforming physical processes like type setting to digital printing or using computer aided design instead of pencil and paper. However, in today’s practice, businesses usually mean leveraging X-as-a-Service offerings to apply flexible and scalable technology to optimize a specific business outcome when talking about digitalization.

What does digitalization mean for Risk Management and Compliance?

You could argue that Risk Management and Compliance are already largely digital domains and digitalized. However, it is worth taking a second look when you consider the following characteristics you may encounter in these functions in companies around the world:

  • Lots of manual interaction
    • Many Risk Management and Compliance processes in organizations involve multiple separate spreadsheets, feedback and additions being sent back and forth via emails, spreadsheet outcomes pasted into slide decks and probably still some printouts with a busy executive’s hand-written comments.
  • Labor intensive processes
    • Compliance reporting and Risk Management requirements have developed so rapidly that especially highly regulated companies as banks have solved an immediate need by hiring more people. Compliance and Risk Management departments have grown to enormous dimensions.
  • Generic and outdated toolsets
    • While digital tools are used in Risk Management and Compliance, these tools are often generic tools, such as spreadsheets or outdated solutions, like many GRC tools currently on the market. Processes are not necessarily streamlined and the quality of the output is highly dependent on the structuring and content of the user, as little guidance or content is provided.

Weiter lesen.. »

Droht der neue Kapitaldienstjoker? Kreditwürdigkeitsprüfung nach der WohnimmoRiLi

13. Juni 2016 in Kategorie Kredit / Immobilien

BDOvon
Thomas Esper
MBA, Direktor
Zentralbereichsleiter Kreditanalyse, Nassauische Sparkasse


Die Wohnimmobilienkreditrichtlinie stellt besondere Anforderungen u. a. an die Beurteilung der Kreditwürdigkeitsprüfung bei der Kreditvergabe an Verbraucher. Die Verantwortung des Kreditgebers einerseits und die Einspruchsmöglichkeiten des Verbrauchers anderseits sind – bei Nichtbeachtung – immens hoch. Die Prozessrisiken bei der Kreditvergabe steigen beachtlich und bedürfen einer sorgfältigen Überprüfung.

Sind Ihre Mitarbeiter und Ihre Organisation hierauf hinreichend vorbereitet? Beschleichen Sie Zweifel, ob Sie eine sachgerechte Umsetzung vorbereitet haben? Sind Sie sicher, dass Ihre Regelungen im Zweifel Stand halten? Wie kann der Spagat zwischen einer sachgerechten und rechtssicheren Kreditwürdigkeitsprüfung, einer den Kundenbedürfnissen und -wünschen gerecht werdenden Informationslage und den Anforderungen der Verbraucherschützer angemessen gelingen? Oder ist dies das neue magische Dreieck des Kreditgeschäftes, welches keine Balance möglich macht?

Bei näherem Betrachten und bei den Überlegungen zur Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen kommt einem die Kreditwürdigkeitsprüfung eher als Bumerang für die finanzierende Bank/Sparkasse, denn als Kreditentscheidungsinstrument vor. Der Kunde kann ohne Einschränkungen den Kaufvertrag für ein Haus oder eine Wohnung unterschreiben, ohne dass der Käufer zu diesem Zeitpunkt zwingend nachweisen muss, ob er den sich daraus ergebenden Verpflichtungen (wie z. B. die Zahlung des Kaufpreises) überhaupt nachkommen kann. Weiter lesen.. »