FCH-Neuerscheinung: Bearbeitungs- und Prüfungsleitfaden Personalsicherheiten, 3. Auflage

20. Juli 2017 in Kategorie Buchneuerscheinung, FCH News

Der folgende Titel ist für Sie ab sofort bei uns erhältlich:

Klein (Hrsg.)

Bearbeitungsund Prüfungsleitfaden: Personalsicherheiten, 3. Auflage

Hereinnahme und Prüfung von Bürgschaft, Mithaftung, Garantie und atypischen Sicherheiten

Stand: 15.05.2017
Erscheinungstermin: 05.07.2017
Umfang: ca. 320 Seiten
Preis: € 89,-
ISBN: 978-3-95725-062-9

In der 3. Auflage dieses Buches in unserer erfolgreichen Reihe „Bearbeitungs- und Prüfungsleitfaden“ sind die aktuellen Neuerungen aus der Umsetzung der Wohnimmo-bilienkreditrichtlinie und Verbraucherrechterichtlinie sowie aktuellste Rechtsprechung und Hinweise aus der Praxis aufgenommen worden. Durch die neue Autorin sind zusätzlich neue Ansichten und Praxiserfahrungen eingeflossen. Am bewährten Aufbau hat sich – ausgehend von praktischen Fragestellungen und gegliedert nach Checklisten – nichts geändert. Neben dem Einführungsteil werden weiterhin Bürgschaft und Mithaftung, Garantie und atypische Sicherheiten behandelt. Durch die neue Autorin sind zusätzlich neue Ansichten und Praxiserfahrungen eingeflossen. Das Buch dient damit weiterhin als wertvoller Praxisratgeber und Bearbeitungshilfe für alle mit der Bearbeitung und Prüfung von Personalsicherheiten befassten Mitarbeiter in der Qualitätssicherung Aktiv, Kreditrevision und Rechtsabteilung.

BFH-Urteil zur Haftung des Zwangsverwalters für die Einkommensteuer des Eigentümers

19. Juli 2017 in Kategorie Sanierung / Insolvenz

von
Ditmar Weis
Zwangsverwalter, Osterspai


Der BFH hat mit seinem Urt. v. 10.02.2015 (Az.: IX R 23/14, ZInsO 2015, 1265 ff.) entschieden, dass der Zwangsverwalter auch die Einkommensteuer des Vollstreckungsschuldners zu entrichten hat, soweit sie aus der Vermietung der im Zwangsverwaltungsverfahren beschlagnahmten Grundstücke herrührt. Der Autor hat sich bereits mit den möglichen Auswirkungen auf die Praxis des Zwangsverwalters und die Auswirkungen auf die Handlungsweise der Banken auseinandergesetzt (ForderungsPraktiker 2016, 22 ff.).

Das Urteil wurde allgemein kritisiert, insbesondere da es nicht in die Systematik des ZVG passen würde. Obwohl zwischenzeitlich mehr als zwei Jahre vergangen sind, ist das Urteil noch nicht im Bundessteuerblatt veröffentlicht, was zu der Hoffnung berechtigte, dass es nicht für Allgemeingültig erklärt werden könnte, sondern eine Einzelfallentscheidung bleiben würde. Nunmehr hat jedoch ein Finanzamt aus Rheinland-Pfalz dem Autor in einem noch laufenden Zwangsverwaltungsverfahren mitgeteilt, dass beabsichtigt ist, das BFH-Urteil vom 10.02.2015 mit einem begleitenden BMF-Schreiben amtlich im Bundessteuerblatt zu veröffentlichen. Weiter lesen.. »

Prüfungsbegleitung durch die BaFin

17. Juli 2017 in Kategorie Revision

von
Thomas Maurer
Leiter Revision, Münchner Bank eG


Im Zuge der Modernisierung der Bankenaufsicht auf europäischer und nationaler Ebene hat sich auch die Prüfungspraxis der BaFin in den letzten Jahren verändert. Während die Kreditinstitute noch vor nicht allzu langer Zeit höchstens alle fünf bis zehn Jahre von einer Sonderprüfung betroffen waren, sucht die Aufsicht verstärkt den Kontakt zu den Banken weit über die Sonderprüfungen hinaus. Das Spektrum reicht von Aufsichtsbesuchen über Prüfungsbegleitungen bis hin zu den in immer kürzeren Abständen stattfindenden Sonderprüfungen nach § 44 KWG.

Die Erfahrung mit dieser Aufsichtspraxis hat gezeigt, dass in solchen Fällen Panik und Sorge meist völlig unbegründet sind. Eine Prüfungsbegleitung findet häufig bei Wertpapierprüfungen statt, oft verbunden mit einem zusätzlich angeordneten Prüfungsschwerpunkt durch die BaFin. Fast immer sind bei solchen Aktionen der Aufsicht Interviews mit den handelnden Personen ein zentraler Bestandteil. Die Nachricht, dass ein solches Interview bevorsteht, hat sicher dem ein oder anderen betroffenen Mitarbeiter schon eine schlaflose Nacht bereitet.

In solchen Situationen gilt, dass eine gute Vorbereitung und ein hohes Fach- und Praxiswissen von den Prüfern der Aufsicht wohlwollend zu Kenntnis genommen werden. Wichtig ist, dass alle Fragen offen und ehrlich beantwortet werden und evtl. vorhandene Mängel nicht verschwiegen werden. Auch bei von den Vorstellungen der Aufsicht abweichendem Vorgehen in der Bank wird dies bei einer fundierten Begründung meist akzeptiert. In der Regel verlaufen die Interviews in einer entspannten, konstruktiven Atmosphäre. Weiter lesen.. »

Daten – Last oder Lust?

14. Juli 2017 in Kategorie Banksteuerung / Treasury

von
Sandra Holz
Chief Data Officer, Leiterin Data Governance Office, Berliner Sparkasse


Daten stellen für Finanzdienstleister mehr denn je eine essenzielle Ressource dar. Ohne sie wird das Bestehen im Zeitalter der Digitalisierung nicht funktionieren. Im fachlichen Kontext liefern sie Informationen, die für die meisten Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung sind. Umso wichtiger ist ein effizienter, ordnungsgemäßer und qualitätsgesicherter Umgang mit dem Unternehmenskapital Daten. Nur so können aus Daten korrekte Informationen gewonnen werden, die der richtigen strategischen Ausrichtung sowie den Entwicklungs- und Entscheidungsprozessen dienen.

Die Last der Ordnung

Nach der Finanzkrise 2008 haben die Bankenaufsicht und der Gesetzgeber die Datenhaushalte der Banken in den Fokus genommen. Ihr Ergebnis lautet salopp formuliert: In der Branche wird mit Informationen viel zu hemdsärmelig umgegangen. Daten sind wild verteilt in unzähligen Systemen; eine Nachverfolgung, woher Daten kommen, wozu und von wem sie verwendet werden, ist häufig nicht möglich. In der EU wurden daher die „Principles for effective risk data aggregation and risk reporting“ (BCBS 239) des Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) veröffentlicht, um die Finanzbranche im ersten Schritt hinsichtlich der Risikodaten zur Ordnung zu rufen.

Von der deutschen Aufsicht wurden diese Ansätze in die MaRisk (Mindestanforderungen an das Risikomanagement) übernommen und werden derzeit in der Branche „konsultiert“. Aber auch die neue EU-Datenschutzgrundverordnung, die im Mai 2018 in Kraft tritt, hat hohe Anforderungen an den Umgang mit Daten. Ganz zu schweigen von den GoBD (Grundsätze ordnungsgemäßer Führung und Aufbewahrung von Büchern auch in elektronischer Form und zum Datenzugriff ), die bereits lange einen ordnungsgemäßen Umgang mit Daten verlangen.

Sie alle fordern die Banken dazu auf, ihre Daten kontrolliert zu managen und Wildwuchs zu verhindern. Daneben drücken die Kosten für die Verarbeitung und Speicherung überflüssiger Daten sowie die Qualität der Informationsgehalte.

Die Lust an der Information

Zahlreiche (System-)Migrationen in der Vergangenheit und heterogene Systemlandschaften haben die Datenmengen der Finanzdienstleister in großem Umfang anwachsen lassen und erschweren den effizienten Zugriff auf geeignete Informationen. Damit Daten nicht belasten, sondern einen Mehrwert an Informationen erzeugen, muss nicht nur aus gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen, sondern auch aus Effizienzgründen Sinnvolles von Unnötigem getrennt werden. Was häufig fehlt, ist ein systematischer, möglichst automatisierter Datenlebenszyklus und eine strukturierte Ordnung, diesen zu unterstützen.

Zudem muss das Verständnis bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erzeugt werden, dass Daten regelmäßig zu überprüfen sind, nur Notwendiges archiviert und Unnötiges konsequent gelöscht wird. Denn wie heißt ein deutsches Sprichwort: „In einem geordneten Haushalt findet sich alles wieder an.“ Das schont Ressourcen. Wer nicht mehr veraltete Daten mit neuen abgleichen muss, um herauszufinden, welches die korrekten Informationen sind, hat wieder ausreichend Kapazitäten, sich seinen eigentlichen Aufgaben zu widmen.

Der Chief Data Officer

Um diesen Lernprozess anzustoßen und entsprechend automatisiert unterstützte Datenlebenszyklus-Prozesse zu etablieren, hat in der Berliner Sparkasse das seit 2007 bestehende Informationsqualitätsmanagement daher seinen Fokus erweitert und bündelt diese Themen als neu geschaffene Stabseinheit Data Governance Office unter der Leitung eines Chief Data Officers. Der Chief Data Officer (CDO) verantwortet in der Berliner Sparkasse die Koordination, Steuerung und Kontrolle der Data Governance- Aktivitäten sowie deren Inhalte und Akteure. Er überwacht die übergreifenden Datenhaushalte bzgl. der Ausrichtung nach der Strategie.

Dabei hält er unternehmensweit die Umsetzung gesetzlicher und aufsichtsrechtlicher (z. B. MaRisk, BCBS 239, EU-DSGVO, GoBD) sowie interner Vorgaben hinsichtlich des Umgangs mit Daten in den Geschäftsfeldern und Fachbereichen nach und sorgt für die Prüfung der Informationsqualität sowie Initiierung von Bereinigungsmaßnahmen. Dem CDO kommt hierbei eine herausgehobene Unterstützungs-, Multiplikatorenund Vorbildfunktion im Unternehmen zu. In diesem Zusammenhang vertritt er die Interessen des Unternehmens aktiv nach innen und außen. Er prägt entscheidend die Führungskultur und das Leitbild des Unternehmens bzgl. des effizienten, ordnungsgemäßen und qualitätsgesicherten Umgangs mit Daten. Er trägt damit wesentlich zur strategischen Erfolgssicherung des Unternehmens bei.

PRAXISTIPPS

  • Ein Erfolgsfaktor sind Sponsoren, die das Thema unterstützen und mit vertreten. Es hat sich als Vorteil gezeigt, rechtzeitig mit dem Management die Notwendigkeit des Aufräumens der Datenhaushalte zu erörtern.
  • Der Chief Data Officer benötigt als weiteren Erfolgsfaktor ein robustes Mandat, um das „unpopuläre“ Thema „Datensteuerung“ durchsetzen zu können.
  • Außerdem sollte der Chief Data Officer im Unternehmen gut vernetzt sein und entsprechende Soft Skills mitbringen, die der Kommunikation dienen und Akzeptanz schaffen.
  • Nicht zuletzt sollten klare Verantwortlichkeiten (z. B. Data Ownerschaften) festgelegt werden.

SEMINARTIPPS

BUCHTIPP


Buchheit / Günther / Hauser / Klausch

AnaCredit – das gläserne Kreditportfolio

Erscheinungstermin: 15.03.2017
Umfang: 120 Seiten
Preis: € 59,-
ISBN: 978-3-95725-067-4
Hier erhalten Sie weitere Infos zum Buch und die Möglichkeit zur Bestellung im Online-Shop

 

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Dieser Beitrag ist erschienen im Newsletter Banken-Times SPEZIAL Banksteuerung/Treasury,
Ausgabe Juli/August 2017.
(Kostenlose) Bestellung möglich unter http://www.fc-heidelberg.de/bankentimes
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Die Zukunft des deutschen Beschäftigtendatenschutzes

12. Juli 2017 in Kategorie Personal

von
Wolfgang Böhm
Rechtsanwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht, GSK STOCKMANN + KOLLEGEN
Matthias Kaiser
LL.M (Glasgow), Rechtsanwalt, GSK STOCKMANN + KOLLEGEN


Am 25.05.2016 ist die neue EU Datenschutz- Grundverordnung (DS-GVO) in Kraft getreten. Sie gilt ab dem 25.05.2018 in allen Mitgliedsstaaten der EU und vereinheitlicht das innerhalb der EU vorherrschende Datenschutzniveau. Als Rechtsverordnung ist die DS-GVO unmittelbar geltendes Recht in den einzelnen Mitgliedsstaaten. Die DSGVO enthält eine Reihe von sogenannten Öffnungsklauseln, die ausfüllende oder konkretisierende nationale Regelung der einzelnen Mitgliedsstaaten zulassen. Hierzu gehört auch der Beschäftigtendatenschutz.

Auf dieser Grundlage hat der Gesetzgeber im Mai 2017 ein vollständig neues Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) verabschiedet. § 26 des neuen BDSG enthält Regelungen zum Beschäftigtendatenschutz. Dieser Beitrag klärt, ob sich die neuen Vorgaben zum Beschäftigtendatenschutz von den bisher geltenden Regelungen unterscheiden, wenn ja, ob ab dem Inkrafttreten des neuen BDSG strengere Vorschriften in Bezug auf den Beschäftigtendatenschutz einzuhalten sind und wie sich Banken in punkto Beschäftigtendatenschutz auf die Neuerungen vorbereiten sollten.

Beschäftigtendatenschutz in der modernen Arbeitswelt

Der Beschäftigtendatenschutz spielt in der täglichen betrieblichen Praxis eine wichtige Rolle. So fallen beispielsweise bereits beim Öffnen von Türen mit Zugangskarten, bei der Anmeldung am Computersystem, dem Versand und dem Empfang von E-Mails, bei Telefonaten, beim Anlegen und der Bearbeitung von elektronischen Dokumenten und Akten, der Lohnabrechnung, dem Observieren eines arbeitsunfähig erkrankten Arbeitnehmers durch einen Detektiv und auch bei der Benutzung von „Apps“ auf Smartphones des Arbeitgebers personenbezogene Daten der Arbeitnehmer an. Im Bankbereich sind zusätzliche Fragen des Beschäftigtendatenschutzes berührt, z. B. bei der Videoüberwachung im Schalterbereich. Weiter lesen.. »