Gleitende Durchschnitte: Eine Wissenschaft für sich?

Vermeidung von Fehlsteuerungsimpulsen im Vertrieb durch gleitende Durchschnitte.

Das Einlagengeschäft ist mehr und mehr geprägt durch den Kundenwunsch nach Flexibilität und Sicherheit, flankiert durch den weiter steigenden Wettbewerbsdruck. In diesem Umfeld wächst der Anspruch an die Kalkulationsverfahren und die Bedeutung der dahinter liegenden Parameter. Insbesondere die Anwendung und die Interpretation von gleitenden Durchschnitten rücken bedingt durch den steigenden Anteil des variablen Kundengeschäfts immer mehr in den Fokus.

Praxistipps:

  • Institute mit hohen Anteilen im variabel verzinsten Kundengeschäft und hohen Bestandsveränderungen sollten zwingend z. B. durch Einsatz eines dynamischen Replikationsmodells die bisherigen Ergebnisse auf Verzerrungen hin überprüfen.
  • Die Analyse des Zinsanpassungsverhaltens auf historischem Datenmaterial sollte im Rahmen der regelmäßigen Parameterüberprüfung nur die Diskussionsgrundlage bilden. Von wesentlicher Bedeutung für die Ergebnisqualität ist jedoch, das geplante zukünftige Verhalten unter Einbindung des vertrieblichen Steuerungsprozesses möglichst realitätsnah zu erfassen.
  • Die Häuser sollten in regelmäßigen Abständen auch die gewählte Bewertungszinsstrukturkurve z. B. mittels realer Refinanzierungsanfragen auf ihre Gültigkeit hin überprüfen.
  • Achten Sie auf eine frühzeitige Einbindung der Steuerungsverantwortlichen im Vertrieb, um Klarheit über die Modellvorgehensweise zu erzeugen und damit Akzeptanz für die Ergebnisse sicherzustellen. Steuerungsimpulse werden nur dann zielgerichtet erfolgen können, wenn die Wirkungsketten bekannt sind.

Erschienen im BankPraktiker, 2012 S. 125-129
Weitere Infos unter www.bankpraktiker.de

Autor: Björn Gereke, Abteilungsleiter Controlling, Hannoversche Volksbank eG

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Comment

Folgende HTML Tags und Attribute können verwendet werden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>