BankPraktiker 05/2017


Liebe Leserinnen und Leser,

träumen Sie als MaRisk-Compliance-Funktion auch von Fachbereichen, die ein hohes Risikoverständnis besitzen; von Mitarbeitern, die den Hintergrund von Kontrollhandlungen verstehen; Prozessverantwortlichen, die intrinsisch motiviert Vorschläge für risikobasierte Kontrollen unterbreiten?

Mit der Implementierung der durch die neue MaRisk aufsichtsrechtlich geforderten „Risikokultur“ kann Ihr Traum wahr werden! Die inhaltliche Befassung mit der Themenstellung dürfte bei allen Veränderungen in der MaRisk die größte Herausforderung darstellen. Dieses resultiert insbesondere aus dem Umstand, dass regelmäßig noch kein gleichartiges Risikoverständnis im gesamten Kreditinstitut vorhanden ist. Darüber hinaus kann eine Risikokultur nicht verordnet werden.

Insbesondere das Bekenntnis der Geschäftsleitung zu einem angemessenen Risikoumgang, die Vorbildfunktion der Führungskräfte und die Schaffung von einheitlichen Sichtweisen auf die Risiken sind wichtige Triebfedern für eine nachhaltige Implementierung. In Ermangelung einer „passt-überall-Lösung“ sind institutsindividuelle Schritte erforderlich. Hier lohnt eine nähere Betrachtung des aufsichtsrechtlich gewünschten Zielbildes sowie den daraus resultierenden Handlungsoptionen; denn die vollständige Risikoaversion stellt grundsätzlich eine falsch verstandene Deutung der Risikokultur dar.

Vielmehr ist im Entscheidungsprozess ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Chancen und Risiken unter Berücksichtigung des hausinternen Risikoappetits erforderlich. Erstaunlicherweise ist zu beobachten, dass nicht alle MaRisk-Compliance-Beauftragte sich als Triebfeder für die Implementierung der Kultur ansehen. Dabei profitiert nicht nur das Kreditinstitut, sondern insbesondere die MaRisk-Compliance-Funktion von der Entwicklung, Förderung und Integration einer ordnungsgemäßen Risikokultur. Weiter lesen.. »

BankPraktiker 03/2017

Liebe Leserinnen und Leser,

die Einführung der SREP-Guidelines durch die EBA im Dezember 2014 hat den aufsichtlichen Überprüfungsprozess um die Analyse und Bewertung der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells der Banken erweitert.

Gleichzeitig geraten die seit Jahrzehnten im Vergleich mit anderen Branchen nur wenig veränderten Geschäftsmodelle durch die zunehmend spürbare Negativzinsphase weiter unter Druck. Insbesondere deutsche Banken sind im internationalen Vergleich aufgrund ihrer Struktur anfällig, da etwa drei Viertel ihres Ergebnisses aus dem gefährdeten Zinsüberschuss resultiert. Der technologische Fortschritt verstärkt diese Entwicklung in einem bisher nicht erlebten Tempo.

Die systematische Nutzung der schnellen und intelligenten Verarbeitung riesiger Datenmengen (Big Data) erfordert spezielles Wissen und eine Unternehmenskultur, die in FinTechs selbstverständlich ist, in den meisten Banken aber nur langsam Einzug hält. Gesetzliche Initiativen hinsichtlich der Fremdnutzung von Kundendaten (PSD II) erleichtern weitere Angriffe auf das Geschäftsmodell.

Über die unter den herausfordernden Wettbewerbsbedingungen zunehmende Regulatorik wird gerne – sicher nicht immer zu Unrecht – geschimpft. Lösungen werden oft in der zusätzlichen Übernahme von Risiken gesucht. So werden nicht selten die Eigenanlagen um spekulative Anlageklassen erweitert. In einer Phase, in der die Märkte aufgrund übergeordneter politischer Ziele der EZB mit Liquidität geflutet sind, ein zunehmend riskanter Weg. Weiter lesen.. »

BankPraktiker 02/2017

Liebe Leserinnen und Leser,

viele Banker sehen mit zunehmender Sorge den steigenden Druck, unter den die Ertragslage vieler Institute in den nächsten Jahren geraten wird. Bedingt ist diese Entwicklung durch zwei Faktoren: Einerseits verringern die historisch niedrigen Zinsen und die daraus entstehende verringerte Zinsmarge das Ergebnis. Eine Aufholung der einbrechenden Erträge aus dem nicht zinstragenden Geschäft ist dabei schwierig, insbesondere da weitere Ertragsquellen ein stark umkämpfter Markt sind.

Andererseits verschärfen sich aufsichtsrechtliche Anforderungen in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit. Die Erfüllung dieser Anforderungen bindet Personalressourcen und führt zu Kostensteigerungen. Ein Ausweg aus dieser Situation ist nur schwer zu finden und kann lediglich über mehrere kleine Schritte erreicht werden. Es ist zunehmend eine Abwehrhaltung der zuständigen Stellen auf regulatorisch getriebene Neuerungen erkennbar.

Neben einer strategischen Neuausrichtung kann jedoch auch der Umgang mit neuen aufsichtsrechtlichen Anforderungen entscheidend sein. Es sollten nicht nur große aufsichtsrechtlich getriebene „Papiertiger“ aufgebaut und ausschließlich die Erfüllung der Vorschriften in den Fokus gerückt werden.

Oft kann es sich lohnen, den Grund der Regulierung zu hinterfragen und darin einen Sinn zu erkennen. Damit ist in manchen Fällen eine Umsetzung von neuen Anforderungen dergestalt möglich, dass neben der Einhaltung von Aufsichtsrecht auch ein tatsächlicher betriebswirtschaftlicher Nutzen entsteht, also sprichwörtlich: „Aus der Not eine Tugend machen!“. Weiter lesen.. »

BankPraktiker 12-01/2016-2017

cover_bp1216Liebe von der Regulatorik beanspruchte Leserinnen und Leser,

das Jahr 2016 hat erneut die Vorjahre getoppt, was den Umfang und auch die Qualität der regulatorischen Anforderungen betrifft. Zudem werden die kommenden Jahre das „Zeitalter der Aufsicht“ sicher noch ausdehnen. Besonders hervorzuheben sind die SREP-Neuerungen und die Anpassungen der MaRisk.

Letztlich steht ein wirksames und hinreichend dokumentiertes IKS diesbezüglich im Fokus der Bankenaufsicht und der Abschluss-/Sonderprüfer. Insbesondere die nach § 25a KWG geforderte IKS-Wirksamkeits-Überwachung (Regel-Einhaltung) kann bei Organisations-mängeln harte Konsequenzen nach sich ziehen, wie z. B. Kapitalzuschläge.

Was also tun? Best Practice ist die Erstellung und Dokumentation einer Prozesslandkarte mit den entsprechenden Teilprozessen. Auf dieser Basis können alle Prozessbeteiligten einen konkrete, am Prozessablauf orientierte Risiko- und Kontroll-Zuordnung vornehmen. Das Dilemma der Praxis besteht in vielen Instituten aber immer noch in nicht prozessorientierten Arbeitsanweisungen, die zudem nicht die Abläufe der eigenen IT-Anwendungen mit einbeziehen.

Die darin enthaltenen Kontrollen sind oftmals „verstreut“ und darüber hinaus nicht MaRisk-konform dargestellt („ … klare Abgrenzung der Aufgaben, Kompetenzen, Verantwortlichkeiten, Kontrollen und Kommunikationswege“). Dies führt mitarbeiterseitig dazu, dass Arbeitsanweisungen nicht mehr angemessen gewürdigt und Kontrollen nicht immer verstanden werden. Weiter lesen.. »

BankPraktiker 11/2016

BP_CoverLiebe Leserinnen und Leser,

EBA, BaFin, Bundesbank: Die Regulierung der Bankenlandschaft ist inzwischen auf viele Schultern verteilt. Kein Wunder also, dass immer wieder neue regulatorische Begriffe und damit verbundene Regelungen in die Banken Einzug halten.

Einer dieser (neuen) Begriffe ist „Fit & Proper“, dieser Ausdruck ist in anderen europäischen Ländern, z. B. Österreich, bereits ein fixer Bestandteil der regulatorischen Bankenlandschaft. Auch in Deutschland wird er nun zunehmend von der Bankenaufsicht gebraucht. Lassen Sie uns daher einmal einen ersten Blick auf Bedeutung und Folgen für die zukünftige Arbeit in der Kreditwirtschaft werfen.

SREP, Neue Institutsvergütungsverordnung und auch die Neuen MaRisk stellen zunehmend die Rolle von Schlüsselfunktionen in den Kreditinstituten, mit Blick auf die vorhandenen Risiken und deren Steuerung, in den Fokus. Somit ist die logische Konsequenz, dass man sich intensiver mit der Prüfung und Eignung dieser Schlüsselfunktionen beschäftigen muss und zwar nicht nur als Momentaufnahme (z. B. zum Zeitpunkt der Einstellung), sondern in einem regelmäßigen Turnus.

Wie und durch wen soll dies geschehen?

Genau mit dieser Frage befinden Sie sich auf der Ebene von „Fit & Proper“. Die Prüfung der Personaleignung von Geschäftsleitern, Aufsichtsratsmitgliedern und Inhabern von Schlüsselfunktionen im Rahmen des neuen SREP ist eine Kernaufgabe von Personalverantwortlichen – und damit ist nicht nur die Personalabteilung gemeint. Sie müssen sicherstellen, dass alle Inhaber dieser Positionen Fit & Proper im Sinne der EBA-Leitlinie vom 22.11.2012 sind bzw. plausibel darlegen können, dass eine entsprechende Planung zur Erreichung der noch fehlenden Kompetenzen vorliegt und implementiert wird. Haben Kreditinstitute hierfür nicht die entsprechenden Instrumente implementiert, drohen bei gravierenden Mängeln eine schlechtere SREP-Bewertung in der Governance und im Extremfall Abberufungen aus den Funktionen. Weiter lesen.. »