Neue regulatorische Offenlegungspflichten

19. Mai 2017 in Kategorie Banksteuerung / Treasury

von
Gerhard Klopf
stv. Abteilungsleiter Rechnungslegung/Aufsichtsdatenbanken, Deutsche Bundesbank


Als Folge der Finanzmarktkrise überarbeitet der Baseler Ausschuss in mehreren Schritten auch die Vorgaben zur Säule 3. Die Neuerungen finden sukzessive Eingang in europäisches Recht, die es zu beachten gilt. Zum einen hat am 14.12.2016 die EBA Leitlinien zur Anwendung von Phase 1 der überarbeiteten Baseler Offenlegungsanforderungen (BCBS 309) veröffentlicht . Diese kommen ab dem 31.12.2017 für einen begrenzten Kreis von Instituten zur Anwendung. Zum anderen hat die EU-Kommission am 23.11.2016 einen ersten Entwurf zur Überarbeitung der Capital Requirements Regulation (CRR II) vorgelegt . Neben einer Präzisierung und der inhaltlichen Angleichung der Offenlegungsanforderungen an die Baseler Vorschriften ist auch ein Proportionalitätsansatz im Hinblick auf den künftigen Geltungsbereich vorgeschlagen.

EBA Guidelines on Disclosure

Die EBA-Leitlinien zur Offenlegung zielen darauf ab, den Instituten Hilfestellung und auch Rechtssicherheit für eine zeitnahe harmonisierte Umsetzung der BCBS 309 im Rahmen des derzeit geltenden EU-Rechts zu gewährleisten. Sie beinhalten Präzisierungen und Auslegungshilfen im Fall von Zweifelsfragen zwischen CRR und BCBS 309. Des Weiteren wurden die neu entwickelten Baseler Tabellen im Hinblick auf europäische Ausprägungen angepasst, mit Anwendungserläuterungen versehen und um das Präfix „EU“ ergänzt. Weiter lesen.. »

MaRisk-Öffnungsklauseln

21. April 2017 in Kategorie Banksteuerung / Treasury

von
Christian Schnabel
Bereichsdirektor Unternehmensentwicklung, Sparkasse Hildesheim Goslar Peine


Die vielfältigen nationalen und internationalen Vorhaben zur Bankenregulierung münden in Gesetzen, Verordnungen oder Rundschreiben. Die Anforderungen an das Risikomanagement der Kreditinstitute sind im § 25a KWG fixiert. Die MaRisk legen als norminterpretierende Verwaltungsvorschriften die im KWG verwendeten unbestimmten Rechtsbegriffe weiter aus.

Die Beachtung der Anforderungen des Rundschreibens durch die Institute soll dazu beitragen, Missständen im Kredit- und Finanzdienstleistungswesen entgegenzuwirken, welche die Sicherheit der den Instituten anvertrauten Vermögenswerte dialoggefährden, die ordnungsgemäße Durchführung der Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen beeinträchtigen oder erhebliche Nachteile für die Gesamtwirtschaft herbeiführen können (AT 2 Anwendungsbereich).

Da die Anforderungen für alle Kreditinstitute in Deutschland gelten, sind die MaRisk prinzipienorientiert aufgebaut und müssen innerhalb des gesetzten Rahmens institutsindividuell interpretiert und umgesetzt werden. Der Gestaltungsspielraum für die Institute resultiert aus den Öffnungsklauseln. Sie erlauben, dass unter Berücksichtigung von Art, Umfang, Komplexität und Risikogehalt der Geschäftsaktivitäten das Risikomanagement grundsätzlich methodenfrei ausgestaltet werden kann, soweit es nach dem Grundsatz der Proportionalität als angemessen beurteilt werden kann. Weiter lesen.. »

Neue Offenlegungsanforderungen nach CRR II

13. März 2017 in Kategorie Banksteuerung / Treasury

von
Thilo Kasprowicz
Partner, Financial Services, Regulatory, KPMG, Frankfurt/M.


Überblick

Am 23.11.2016 hat die Europäische Kommission unter anderem einen Entwurf für die CRR II vorgelegt. Mit diesem Schritt strebt die Europäische Union gesetzgeberisch verschiedene Zwecke an. Zum ersten die Finalisierung des Basel III-Paketes: Die Einführung der Leverage Ratio soll einen exzessiven Einsatz von Fremdkapital auf das eingesetzte Eigenkapital unterbinden und damit bremsend wirken, falls und wenn Risikogewichte zu stark fallen. Die Net Stable Funding Ratio (NSFR) als verbindliches Maß soll einer übermäßigen Fristentransformation Einhalt gebieten.

Beide Elemente sind zentrale Bestandteile der Basel III-Reformen aus dem Jahr 2010. Zum zweiten wurde mit der CRR II der Beginn der Umsetzung des Basel IV-Paketes eingeläutet: Die Überarbeitung der Risikomessung im Nenner der Kapitalquote. Den größten Regulierungsblock stellen die überarbeiteten Regeln für die Messung von Handelsbuchrisiken – des sog. Fundamental Review of the Trading Book – dar. Neben einer neuen Abgrenzung von Handels- und Bankbuch werden sowohl die Standardansätze als auch die internen Modelle komplett erneuert.

Überraschend findet sich im Legislativpaket mit Zinsänderungsrisiken im Bankbuch auch ein alter Bekannter wieder, der im Baseler Ausschuss keine Mehrheit für eine Säule I-Regulierung gefunden hat. Elemente des dort verworfenen Standardansatzes werden hier wieder aufgegriffen und ihre Anwendung ins Ermessen der Aufseher im Rahmen des SREP gestellt – verbunden mit neuen Offenlegungspflichten der Institute. Weiter lesen.. »

Auswirkungen der aktuellen MaRisk-Vorgaben für die Liquiditätsrisikosteuerung

8. Februar 2017 in Kategorie Banksteuerung / Treasury

von
Daniel Lenze
Bereichsleiter Gesamtbankrisikosteuerung/Controlling und Rechnungswesen, Sparda-Bank Nürnberg eG


Am 19.02.2016 haben die Bundesbank und BaFin gemeinsam das Konsultationspapier (02/2016) zur fünften Novelle der Mindestanforderungen an das Risikomanagement von Kreditinstituten (MaRisk) veröffentlicht. Nachdem die letzte Novellierung aus 2012 einige Zeit zurückliegt, war es aus Sicht der Aufsicht erforderlich, die international in den Fokus gerückten Themen zum Risikomanagement, insbesondere Risikodatenaggregation und Risikoberichterstattung, Risikokultur und Auslagerungen, in die neue Überarbeitung des Rundschreibens einfließen zu lassen.

Der Entwurf sieht auch einige Neuerungen bzw. Verschärfungen für das Liquiditätsrisikomanagement vor. Das aufsichtliche Verfahren zur Beurteilung der Angemessenheit der internen Liquidität (ILAPP) wirft hier bereits seine Schatten voraus. Die finale Version der MaRisk 2016 wird bis Ende des Jahres 2016 erwartet und soll zum 01.01.2017 in Kraft treten.

Aufgrund seiner in den letzten Jahren wachsenden Bedeutung stellt das Liquiditätsrisiko gemäß AT 2.2 MaRisk ebenso wie das Markt-und Kreditrisiko ein wesentliches Risiko dar. Die allgemeinen Anforderungen für das Liquiditätsrisikomanagement für nicht kapitalmarktorientierte Institute werden in BTR 3.1 MaRisk formuliert.

Die Anpassungen in der MaRisk-Novelle 2016 zielen im Bereich der Liquiditätssteuerung im Wesentlichen auf die Harmonisierung im Hinblick auf entsprechende Vorgaben aus der delegierten Verordnung zur Liquiditätsdeckungs-anforderung (EU) Nr. 2015/61 (delVO) sowie der EBA-Leitlinie zu gemeinsamen Verfahren und Methoden für den aufsichtlichen Überprüfungs-und Bewertungsprozess (SREP) ab. Weiter lesen.. »

Stresstests für Risikotragfähigkeit und Kapitalplanung

25. Januar 2017 in Kategorie Banksteuerung / Treasury

von
Dr. Daniel Baumgarten
Teamleiter, Risikotragfähigkeit & Kapital, Sparkasse KölnBonn


Gemäß AT 4.3.3 Tz. 5 der MaRisk sind die Ergebnisse von Stresstests bei der Beurteilung der Risikotragfähigkeit zu berücksichtigen. Zusätzliche Stresstestbetrachtungen innerhalb der Risikotragfähigkeitsanalyse erweitern deren Spektrum und liefern ergänzende Erkenntnisse bzgl. der Angemessenheit der aktuellen Kapitalausstattung sowie potenzielle Steuerungsimpulse. Die Darstellung der Risikotragfähigkeit unter Stressbedingungen macht die Anfälligkeit für institutsrelevante außergewöhnliche, aber plausibel mögliche Ereignisse transparent und erfüllt somit parallel eine Frühwarnfunktion.

Auch innerhalb der institutsinternen Kapitalplanungsverfahren sollten Stresstests bzw. Szenarioanalysen als zentrales Element verankert werden, um die zukunftsorientierte Einschätzung der Angemessenheit der Eigenkapitalausstattung zu fundieren.

Mehrwert für die Analyse der Ergebnisse verteilungsbasierter Risikomodelle

Insbesondere bei Verwendung verteilungsbasierter Risikomodelle in der Risikotragfähigkeitsrechnung ermöglichen Stresstests Analysen bzgl. der Fragestellung, wie sich Risiken abweichend von der Standardparametrisierung bzw. jenseits vom betrachteten Quantil der Standardverlustverteilung entwickeln könnten. Dies hat insbesondere eine hohe Steuerungsrelevanz für Institute, die einen Going Concern-Ansatz als primären oder sogar einzigen Steuerungskreis mit einem tendenziell niedrigeren Konfidenzniveau verwenden. Weiter lesen.. »