BankPraktiker 07-08/2017

Liebe Leserinnen und Leser,

die aktuelle und künftige Regulatorik hat mitunter erheblichen Einfluss auf die Organisation, die Geschäftsmodelle und die Wettbewerbsfähigkeit der Kreditinstitute. Zusammen mit der stetig zunehmenden Komplexität der regulatorischen Anforderungen steigen auch der Informationsbedarf sowie die Ansprüche an das Berichtswesen, da dieses steuerungsrelevante Informationen zur Entscheidungsunterstützung bereitstellen soll. Das Berichtswesen muss daher das sich immer schneller ändernde regulatorische Umfeld objektiv und auf die Zukunft gerichtet abbilden.

Diese Aufgabe obliegt insbesondere der Compliance-Funktion. In den Kreditinstituten hat sich – u. a. aufgrund der MaRisk und MaComp – ein Berichtswesen durch die Compliance- Funktion etabliert, das oftmals von zwei Problematiken betroffen ist. In der Regel sind nur die aufsichtsrechtlich geforderten Mindestberichtsbestandteile enthalten. Zudem besteht in der Praxis eine fortwährende Unsicherheit über die Struktur, die Form, die Inhalte und den Umfang der Berichte.

Dies führt u. a. dazu, dass steuerungsrelevante Informationen nicht an zentraler Stelle, zu viel Text enthaltend und nicht ausgewogen genug dargestellt werden. Dadurch kann es zu einem ungünstigen Verhältnis von für die Geschäftsleitung (als Berichtsempfänger) steuerungsrelevanten und nicht steuerungsrelevanten Informationen kommen: Eine Ausrichtung an den aufsichtsrechtlich geforderten Mindestberichtsbestandteilen kann zu kurzsichtig sein und zu umfangreiche oder zu schlecht strukturierte Informationen können die Geschäftsleitung dazu verleiten, diese nicht angemessen einzuschätzen und nicht die bestmöglichen Entscheidungen, mitunter sogar Fehlentscheidungen, zu treffen. Weiter lesen.. »

CompRechtsPraktiker 07-08/2017

Liebe Leserinnen und Leser,

das unangenehme Thema Datenschutzgrundverordnung beschäftigt leider auch die hausinterne Compliance-Funktion. Zwar müssen Sie die neuen rechtlichen Vorgaben i. d. R. nicht eigenverantwortlich umsetzen. Die hausinterne Umsetzung durch die jeweils zuständigen Bereiche muss aber von der Compliance-Funktion überwacht werden. Hier werden sich viele Probleme ergeben. Wie so häufig ist das neue Gesetz zwar gut gemeint, wird in der Praxis aber eher für weitere Probleme als für mehr Rechtssicherheit sorgen. Dies hat mehrere Gründe.

Durch die Datenschutzgrundverordnung soll der Datenschutz einheitlich auf der europäischen Ebene geregelt werden. Dieses Vorhaben ist aber nur zum Teil geglückt, da verschiedene Öffnungsklauseln vorhanden sind. Insbesondere der Beschäftigtendatenschutz kann weiterhin auf der nationalen Ebene geregelt werden (Art. 88 DSGVO). Rechtsvereinheitlichung sieht anders aus. Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) wird mithin nicht überflüssig, muss aber an die neue DSGVO angepasst werden. Zwischenzeitlich liegt das neue BDSG vor.

Nunmehr muss geprüft werden, inwieweit sich auch insoweit eventueller Anpassungsbedarf ergibt, was uns alle wertvolle Zeit kostet. Inwieweit wiederum das neue BDSG einer Überprüfung durch den EuGH standhält, werden auch erst die nächsten Jahre zeigen. Weitere Probleme ergeben sich dadurch, dass gegenwärtig in Deutschland mehrere Landes- und eine Bundesbehörde die Aufsicht über den Datenschutz ausführen. Zwar soll es durch die DSGVO zu einer Vereinheitlichung der Aufsichtspraxis kommen (vgl. Art. 51 Abs. 2 DSGVO). Wie die gesetzlichen Vorgaben aber in der Praxis umgesetzt werden sollen, bleibt noch offen. Erschwerend kommt hinzu, dass umfassende praxisgerechte Auslegungs- und Anwendungshinweise zu den neuen gesetzlichen Vorgaben gegenwärtig nicht vorhanden sind. Die Konkretisierung der Details durch Aufsicht, Rechtsprechung und Literatur wird Jahre dauern. Weiter lesen.. »

RevisionsPraktiker 06-07/2017

Liebe Leserinnen und Leser,

in diesen für Banken nicht ganz einfachen Zeiten läuft die Suche nach neuen Ertragsquellen, die den implodierenden Zinsüberschuss kompensieren könnten, auf Hochtouren. Ideen gibt es in den Häusern sehr viele, nachhaltigen Erfolg versprechende Modelle hingegen sind eher noch selten anzutreffen. Da es auch im Eigenhandel immer schwieriger wird, noch auskömmliche Renditen zu erzielen, ohne das Risikobudget zu sehr in die Höhe zu treiben, entdecken immer mehr Institute die Immobilie als Geldanlage und Ertragsquelle.

Insbesondere in Ballungsräumen haben die Immobilienpreise in den letzten Jahren eine wahre Rallye hingelegt und Wertsteigerungen erfahren, von denen Treasurer nur träumen können. Ein Ende dieses Trends ist trotz aller Unkenrufe von einer Immobilienblase nach wie vor nicht in Sicht, auch wenn die Zeit der größten Wertsprünge wohl vorbei sein dürfte. Vor diesem Hintergrund ist der Aufbau eines Immobilienportfolios mit dem Ziel nachhaltig sichere Erträge zu erwirtschaften eine durchaus sinnvolle Ergänzung der Geschäftsstrategie.

Allerdings sollten bei einer solchen Grundsatzentscheidung alle Aspekte, die diese mit sich bringt betrachtet und angemessen gewürdigt werden. Die Verwaltung eines größeren Immobilienportfolios mit vielleicht mehreren hundert Wohneinheiten erfordert durchaus fundiertes Spezialwissen, mit dem die meisten gelernten Banker i. d. R. nicht ohne einschlägige Weiterbildung dienen können. Weiter lesen.. »

BankPraktiker 06/2017

Liebe Leserinnen und Leser,

demografischer Wandel, Globalisierung, weltweite Vernetzung, sich immer schneller verbreitende Informationen und sich vermehrendes Wissen sowie damit einhergehende permanente »Innovationen« haben die gesellschaftlichen Veränderungen in den letzten Jahren geprägt. Besonders dynamisch und intensiv wirkt aktuell die »Digitalisierung« in nahezu allen lebens- und arbeitsweltlichen Bereichen. War der sogenannte »digitale Wandel« noch vor kurzer Zeit visionär, so ist er heute alltägliche Realität geworden.

Mit der Digitalisierung der Arbeitswelt stehen Unternehmen und ihre Mitarbeiter vor einer großen Herausforderung. Die meisten Banken setzen dabei auf digitale Anwendungen, sogenannte „Apps“, die es ihren Kunden erleichtern, unterwegs über Smartphone oder Tablet-Computer ihre Bankgeschäfte zu erledigen. Die sogenannten „Millennials“ fordern die Banken auf eine neue Art und Weise. Ihre Affinität zu neuen Technologien und die Nutzung dieser haben die Verhaltensweise dieser jungen Kundengruppe geändert. Einfachheit, Mobilität und das nahtlose Zusammenspiel der Technologien sind die Herausforderungen, vor denen die Banken stehen.

Doch ist das genug?

Die meisten Fachleute stimmen darin überein, dass der entscheidende Weg zum Erfolg in der Finanzbranche über Innovationen durch strategische Partnerschaften mit FinTechs führt. Da die „Millennials“ mehr und mehr nach den neuesten Technologien streben und immer intelligentere Dienstleistungen von ihrer Bank erwarten, müssen sich Banken öffnen um den Anforderungen gerecht zu werden. Interne Hürden, wie fehlendes Know-how oder Verteidigung bestehender Strukturen, müssen gemeistert werden, um die digitale Transformation voranzutreiben. Weiter lesen.. »

CompRechtsPraktiker 05-06/2017

Liebe Leserinnen und Leser,

das Thema Compliance kennen wir alle – MaRisk-Compliance, WpHG-Compliance, Datenschutz-Compliance, Geldwäsche- und Betrugsprävention. Man sollte meinen, dass dies wahrlich genug Stoff für Compliance-Beauftragte birgt, um die Arbeitswoche gut auszufüllen.

Bei der Frage, worunter ethische Fragen zu subsumieren sind, winkt so mancher Beauftragte dann gerne ab. Und dies mit dem berechtigten Hinweis, dass in den Organisationsanweisungen wie auch im Leitbild die wesentlichen Punkte einer ethischen Compliance bereits aufgenommen wurden. Dies stimmt in den meisten Fällen auch. Und viele Unternehmen sind – ähnlich wie unsere Volksbank in der Ortenau – sozial sehr engagiert. Wo hört deshalb klassische Compliance auf und fängt ethische Compliance an? Und brauchen wir diese wirklich?

In jedem Kreditinstitut finden wir die notwendigen Compliance-Vorgaben: ausführliche Anweisungen zur Verhinderung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Betrug, Regelungen zum Umgang mit Interessenkonflikten und sogenannte „Geschenke-Richtlinien“, um nur einige zu nennen. Doch einen alles – und damit auch ethische Fragen – umfassenden „Code of Conduct“ findet man eben nicht bei jedem Unternehmen.

Wo es bei dem ein oder anderen Institut zum Beispiel noch hakt, ist die Haltung, nur mit Unternehmen/Kunden zusammenzuarbeiten, die sich zur Einhaltung über gesetzliche oder aufsichtsrechtliche Vorgaben hinausgehender Werte – und damit der Einhaltung einer eigenen ethischen Compliance – verpflichtet haben.

Diesen Weg, die – unter dem Gesichtspunkt Compliance zu treffende – sorgfältige Auswahl unserer Vertragspartner, wollen wir als Volksbank in der Ortenau nun gehen. Aus diesem Grund sind wir Mitglied geworden bei Transparency International Deutschland eV. Um unserer Selbstverpflichtung vollumfänglich gerecht zu werden erarbeiten wir derzeit einen umfassenden Code of Conduct, in dem wir neben den klassischen Compliance-Themen auch andere ethische Fragen – die bereits gelebt aber noch nicht in allen Bereichen dokumentiert sind – transparent für alle Mitarbeiter, Mitglieder und Kunden regeln. Weiter lesen.. »