Begleitung des MiFID II-Implementierungsprojektes durch Compliance

20. März 2017 in Kategorie Compliance

von
David Paal
Compliance Officer, WpHG-Compliance Privat- und Firmenkundengeschäft, Deutsche Bank AG


Auch wenn die Verlängerung der Anwendungsfrist der Richtlinie 2014/65/EU über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID II) auf den 03.01.2018 allen betroffenen Wertpapierdienstleistungsunternehmen etwas mehr Zeit für die Umsetzung der neuen Anforderungen verschafft, bleiben die Herausforderungen der Umsetzung nach wie vor bestehen.

Der Compliance-Funktion kann dabei, je nach Art und Umfang des Geschäftsbetriebs, aber auch je nach Umfang und Ausstattung weiterer Kontroll- und Beratungsfunktionen (wie bspw. eine Rechtsabteilung), neben einer Beratungs- auch eine Überwachungs- und Koordinationsfunktion innerhalb des MiFID II-Umsetzungsprojektes zukommen. Davon abzugrenzen bleibt jedoch weiterhin die Verantwortung der operativen Bereiche für die Umsetzung solcher Anforderungen aus der MiFID II, welche die operativen Tätigkeiten der Wertpapierdienstleistungsunternehmen betreffen.

MiFID II-Umsetzungsprojekt innerhalb von Compliance

Eine Reihe von Anforderungen aus der MiFID II sowie aus den ergänzenden Rechtsakten betrifft auch die Compliance-Funktion an sich.

Dazu zählen bspw. die detaillierteren Berichtspflichten an die Geschäftsleitung aus Art. 22 der delegierten Verordnung der Europäischen Kommission vom 25.04.2016 in Bezug auf die organisatorischen Anforderungen an Wertpapierfirmen im Hinblick auf die Abwicklung von Kundenbeschwerden oder auch des Produktfreigabeprozesses gem. § 81 Abs. 4 WpHG-RegE (Regierungsentwurf eines zweiten Gesetzes zur Novellierung von Finanzmarktvorschriften auf Grund europäischer Rechtsaktie – 2. FiMaNoG). Die Umsetzung dieser Anforderungen muss in der Verantwortung von Compliance liegen. Weiter lesen.. »

ESMA-Leitlinien zur MiFID II-Product Governance

16. Januar 2017 in Kategorie Compliance

FCHC_Mazarsvon
Carsten Lang
Stabsstellenleiter Compliance, European Bank for Financial Services GmbH (ebase®)


Am 05.10.2016 hat die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA einen Konsultations-Entwurf für Level III-Leitlinien zu den Anforderungen der MiFID II an die Produktüberwachung veröffentlicht („Draft Guidelines on MiFID II Product Governance Requirements“, ESMA/2016/1436). Die Leitlinien beziehen sich schwerpunktmäßig auf die Bestimmung des Zielmarkts („target market“) im Rahmen der Konzeption und des Vertriebs von Finanzinstrumenten.

Ziel der neuen Level III-Empfehlungen ist es, mehr Klarheit hinsichtlich der Anforderungen der MIFID II an die Zielmarktbestimmung zu schaffen und eine einheitliche Umsetzung und Anwendung der diesbezüglichen Vorschriften sicherzustellen.

In seiner Gesamtheit betrachtet enthält der Konsultations-Entwurf keine Überraschungen. Ein Großteil der Empfehlungen war bereits durch die Diskussionen auf Verbandsebene zu erwarten. Insbesondere der Teil, der die Anforderungen an die Konzepteure von Finanzinstrumenten betrifft, ist inhaltlich nachvollziehbar und führt zu einem deutlich besseren Verständnis der MiFID II-Vorgaben. Einige Inhalte und Empfehlungen des Leitlinien-Entwurfs sind jedoch kritisch zu sehen und es bleibt zu hoffen, dass diese durch eine rege Teilnahme der Marktteilnehmer an der bis zum 05.01.2017 laufenden Konsultation noch angepasst werden können.

Die kritischen Punkte betreffen in erster Linie die Anwendung bzw. Umsetzung der Leitlinien auf bzw. durch Unternehmen, deren Wertpapierdienstleistungen lediglich in der Ausführung oder der Annahme und Übermittlung von Kundenaufträgen im Rahmen des beratungsfreien oder des reinen Ausführungsgeschäfts (execution only) bestehen („Ausführungsplattformen“). Weiter lesen.. »

RegTech will disrupt Regulatory Compliance in unexpected ways

6. Januar 2017 in Kategorie Compliance

FCHC_Mazarsby
Stefan Sulistyo
Co-Founder & Chief Customer Officer, Alyne


There is a new buzzword rocking the financial services industry: RegTech. According to the easy algorithm of combining a short form of an industry to be disrupted with the suffix „-Tech“, RegTech stands for „Regulation Technology“.

Why The City is FinTech Central and not the Valley, NYC or Frankfurt

London is undeniably the FinTech hotspot of the world at the moment and there are some easy reasons for it:

  1. There is already a very high concentration of banks, other financial services institutions and the ecosystem to support them
  2. There is easy access to capital through specialised and highly experienced venture capitalists and other investors
  3. London attracts an extremely large and global pool of talent
  4. The UK has taken a generally business friendly approach toward financial regulation to date and specifically towards FinTech (e. g. regulatory sandbox)

Clearly, you have to look at the priorities in London to know what will occupy the global FinTech scene in the next months. Weiter lesen.. »

Prüfung des Dienstleistermanagements

19. Dezember 2016 in Kategorie Compliance

FCHC_Mazarsvon
Simon Böttinger
MaRisk-Compliance- Beauftragter & Zentrale Stelle Vereinigte Volksbank AG


Die Zunahme der Bedeutung von Auslagerungen lässt sich nicht nur anhand der vorgesehenen Änderungen im Konsultationsentwurf der MaRisk-Novelle 2016 erkennen (vgl. Banken-Times SEPZIAL Sonderausgabe MaRisk NEU vom Februar 2016), sondern gerade im aktuellen Niedrigzinsumfeld bieten Auslagerungen durchaus in diversen Bereichen Möglichkeiten, als wirtschaftlich Alternative gegenüber der Abwicklung im eigenen Haus sinnvoll eingesetzt werden zu können. Der Verbleib der Verantwortung beim Auslagerungsunternehmen sowie die regulatorischen Vorgaben aus KWG und MaRisk bedingen eine gezielte Steuerung und Prüfung der ausgelagerten Dienstleistung.

Unabhängig davon, ob die Einrichtung eines zentralen Auslagerungsmanagements bereits vor der Veröffentlichung des Konsultationsentwurfs der MaRisk durch die BaFin am 18.02.2016 im jeweiligen Institut erfolgt ist oder erst noch ansteht, kommt der Definition von Verantwortlichkeiten eine besondere Rolle zu.

Ein gut organisiertes Zusammenspiel zwischen den beteiligten Fachbereichen wie Interner Revision, Fachverantwortlichem des Auslagerungsunternehmens, dem zentralen Auslagerungsmanagement, dem Risikomanagement sowie Compliance steigert die Effizienz der Steuerung und Überwachung des externen Dienstleisters. Die Aufteilung von Zuständigkeiten für ablauforganisatorische Prozesse sowie eindeutige Berichtswege sollten in der schriftlich fixierten Ordnung des Auslagerers festgehalten und (Teil-)Verantwortlichkeiten an den Bereichen der Aufbauorganisation entlang eindeutig definiert werden. Weiter lesen.. »