Geschäftsfeld Heilberufe – Erfolgsfaktoren

22. März 2017 in Kategorie Markt

von
Matthias Hopf
Leiter des Heilberufecenter der Kasseler Sparkasse


Grundsatzentscheidung

Der Gesundheitsmarkt ist nach wie vor ein Wachstumsmarkt. Die Anzahl der niedergelassenen Ärzte ist in den letzten Jahren um ca. fünf Prozent p. a. gestiegen. Aktuell gibt es ca. 400.000 Ärzte – Tendenz steigend. Allein im Jahr 2016 wird es eine Budgeterhöhung für die Vergütung der Ärzte von 800 Mio. € geben. Hinzu kommt der Demographische Wandel in Deutschland, die Menschen werden immer älter und benötigen dadurch intensivere und umfangreichere medizinische Versorgung.

Im Jahr 2010 wurden beispielsweise 40 % der Krankheitskosten von Menschen verursacht, die älter 85 Jahren sind. Aufgrund des demographischen Wandels ist hier ein erhebliches Wachstumspotenzial zu sehen. Allerdings bleibt diese Tatsache auch dem Wettbewerb nicht verschlossen und somit richten viele Mitbewerber ihre Kommunikation auf die Kundengruppe Heilberufe aus. Die Heilberufe sind die am häufigsten angesprochene Berufsgruppe.

Auswahl der Zielgruppen

Ein wichtiger Aspekt ist die Auswahl der Zielgruppen. Hierbei ist abzuwägen, welche zusätzlichen Berufsgruppen der Gesundheitsbranche helfen mir bei dem Aufbau eines Beratungscenters für Heilberufe. Die Kasseler Sparkasse hat sich entschieden, im ersten Schritt zwei Zielgruppen zu definieren. Im Jahr 2014 kam mit dem Ausbau des Center die dritte Gruppe hinzu. Weiter lesen.. »

Öffnung des Zahlungsverkehrs für Drittdienste – ein Pyrrhussieg?

27. Februar 2017 in Kategorie Markt

 von
Ilka Brian
Rechtsanwältin und Syndikus in der Rechtsabteilung der Commerzbank AG, Frankfurt/M.


Mit der PSD 2 wird erstmals der Zahlungsverkehr für Drittdienste geöffnet. Die Richtlinie enthält neue Vorschriften für sog. Drittkartenemittenten, Zahlungsauslösedienste und Kontoinformationsdienste, die alle drei auf Wunsch des Kontoinhabers in unterschiedlicher Tiefe Zugriff auf die Kunde-Bank-Schnittstelle im Online-Banking erhalten. Zwar müssen die durch die PSD 2 nun erstmals legitimierten Drittdienste besondere Anforderungen einhalten. Es wurde aber erreicht, dass Banken künftig nicht mehr aus Sicherheitserwägungen heraus den Zugriff des mit ihnen regelmäßig vertraglich nicht verbundenen Drittdienstes auf bei ihnen geführte Zahlungskonten verhindern dürfen.

Technische Standards zur Sicherheit im Online-Banking

Der daraus resultierende Eingriff in die Sicherheit des Online Banking soll nach den Vorgaben der PSD 2 durch technische Standards (RTS) für die Authentifizierung und die Absicherung der Kommunikation mit Drittdiensten durch die European Banking Authority (EBA) relativiert werden. Die EBA hat am 12.08.2016 ein entsprechendes Konsultationspapier sowie Entwürfe der RTS vorgelegt. Weiter lesen.. »

Betreuungsanordnung und (General-)Vollmacht

15. Februar 2017 in Kategorie Markt

von
Thomas Günther
RA LL.M. oec und Chefsyndikus Volksbank Bonn Rhein-Sieg eG


Die Zahl der Betreuungsfälle nahm seit Jahren ständig zu und führte zu einer Fülle von neuen Rechtsfragen, auch wenn die Zahl der anhängigen Betreuungen nunmehr seit Ende 2014 erstmals auf gut 1,3 Mio. gesunken war (vgl. hierzu Deinert, BtPrax 2016 S. 9.). Im Umgang mit Konten von Bankkunden, für die eine Betreuung eingerichtet wurde, gibt es nach wie vor auf beiden Seiten – Banken bzw. Sparkassen und Betreuern – erhebliche Unsicherheiten.

Voraussetzungen der Betreuung

Grundsätzlich wird auf Antrag des Betroffenen oder von Amts wegen eine Betreuung angeordnet, wenn der Volljährige aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht besorgen kann, § 1896 Abs. 1 BGB (vgl. hierzu auch Zimmermann, NJW 2014 S. 1.573 ff.). Ist eine privatrechtliche Regelung (Bankvollmacht, Vorsorgevollmacht) nicht erfolgt und liegen die Voraussetzungen für eine Betreuung vor, so wird diese mit Gerichtsbeschluss angeordnet.

Problemfall: Bestehen einer Vollmacht

Falls eine Vollmacht für Vermögensangelegenheiten besteht, ist nach der Rechtsprechung eine uneingeschränkte Betreuung nicht mehr möglich (vgl. OLG Düsseldorf, BtPrax 1997 S. 162; LG Wiesbaden, FamRZ 1994 S. 778).

In der Praxis tun sich die Gerichte allerdings schwer, eine Betreuung anzuordnen, wenn bereits eine Vollmacht vorliegt, obwohl deren Wirksamkeit/Echtheit seitens des Kreditinstitutes bezweifelt werden kann. Geht man von dem Grundsatz aus, dass die Bank ein Handeln durch einen Stellvertreter innerhalb laufender Geschäfts- bzw. Vertragsbeziehung akzeptieren muss, so erfasst dies jede Form der Bevollmächtigung, unabhängig davon, ob für die Bevollmächtigung bankinterne Formulare verwendet wurden. Weiter lesen.. »

Neue MaRisk-Anforderungen bei Liquiditätsrisiken

12. Dezember 2016 in Kategorie Banksteuerung / Treasury, Markt

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Michael Endmann
Direktor Gesamtbanksteuerung, Stadtsparkasse München


Die MaRisk-Novelle 2016 enthält unter BTR 3 einige neue Anforderungen, die eine deutliche Ausweitung der Vorgaben hinsichtlich der Steuerung und Überwachung von Liquiditätsrisiken erkennen lassen. Zu diesen Punkten gehören u. a.

  • Anforderungen an eine Steuerung des untertägigen Liquiditätsrisikos,
  • die Erstellung von Liquiditätsübersichten, die geeignet sind, die Liquiditätslage im kurzfristigen, im mittelfristigen und im langfristigen Bereich darzustellen,
  • Anforderungen an die Zusammensetzung, Granularität und Höhe der Liquiditätsreserve (diese wird in der MaRisk- Novelle nun mit dem Wort Liquiditätspuffer bezeichnet),
  • Definition einer Risikotoleranz in Form eines sog. Überlebenshorizonts, abgeleitet aus definierten Stressszenarios, sowie
  • die Erstellung einer internen Refinanzierungsplanung, die konform mit den Strategien, dem Risikoappetit sowie dem Geschäftsmodell ist.

Die genannten neuen Anforderungen lassen sich auch in den SREP-Guidelines (SREP-GL) der EBA wiederfinden. Gemäß Titel 12 der SREP-GL sind die nationalen Aufseher aufgefordert, die SREP-GL ab 01.01.16 in ihre Aufsichtsprozesse einzubinden. Daher ist anzunehmen, dass die Änderungen in den MaRisk auch auf die Veröffentlichung der SREP-GL zurückzuführen sind. In Teilen sind die SREP-GL deutlich ausführlicher formuliert und lassen insoweit die Erwartungen der Aufsicht deutlicher erkennen, als es die MaRisk tun. Insofern sollten sich alle Institute mit den in den SREP-GL dargelegten Anforderungen beschäftigen und prüfen, ob diese in den eigenen Häusern vollständig umgesetzt wurden.

Von den oben genannten neuen Anforderungen in der MaRisk-Novelle dürfte insbesondere die Erstellung einer internen Refinanzierungsplanung für die meisten Häuser neu sein. Eine aktive Planung der Refinanzierung, gar eine Steuerung der Passivseite war bislang für viele nicht nötig und lag daher auch nicht im Fokus der Banksteuerung. Viele kleine und mittlere Institute in Deutschland sind traditionell passivlastig, so dass sich die Frage nach einer Refinanzierungsplanung auch aus diesem Aspekt heraus nicht stellte. Weiter lesen.. »

Fremdfinanzierung kommunaler Unternehmen – Setzt in der Kreditwirtschaft ein Umdenken ein?

7. Dezember 2016 in Kategorie Markt

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Thomas Rieger
Abteilungsleiter Infrastruktur und Immobilien, LBBW – Sachsen Bank


Nicht erst seit der Insolvenz einzelner kommunaler Versorger steht die Finanzierung kommunaler Unternehmen bei vielen Kreditinstituten auf dem Prüfstand. Denn wenn im „Konzern Stadt“ die Balance zwischen Ertrags- und Verlustbringern nicht mehr gegeben ist, bleibt auch den Vertretern kommunaler Unternehmen der Gang zum Amtsgericht nicht erspart und Finanzierungsinstitute müssen um die Rückzahlung ihrer Kredite bangen.

Renommierte Beratungsinstitute melden sich zu Wort und weisen auf Fehlentwicklungen sowohl bei den klassischen Ertragsbringern, den Energieversorgern, wie auch im gesamten kommunalen Querverbund hin. Rechtsanwaltskanzleien beschäftigen sich mit Fragen rund um die Insolvenzfähigkeit kommunaler Unternehmen. Kreditinstitute erkennen, dass der Gesellschafterhintergrund Kommune als alleiniges Kreditvergabekriterium für Banken nicht mehr zeitgemäß ist.

Wenngleich viele kommunale Unternehmen im Bereich der Daseinsvorsorge agieren, die kommunal sichergestellt werden muss, ist die Orientierung an betriebswirtschaftlicher Leistungsfähigkeit bei der Prüfung der Finanzierungsfähigkeit geboten. Die Finanzierung kommunaler Unternehmen ist daher kein „Selbstläufer“ mehr.

Die planbare, einstmals beschauliche Welt der kommunalen Versorger gehört, spätestens mit der Liberalisierung der Märkte, der Vergangenheit an. Und auch auf Seiten der Finanzierer veränderte sich die Situation seit der Finanzkrise zum Teil dramatisch. Weiter lesen.. »