Prüfung Auslagerungsbeauftragter

23. September 2017 in Kategorie Revision

von
Florian Weiss
Leiter Interne Revision, HEIDELBERGER VOLKSBANK eG


Motive zur Auslagerung

Die Bankenbranche steht aktuell vor großen Herausforderungen. Eine permanent steigende Anzahl neuer bzw. novellierter gesetzlicher und aufsichtsrechtlicher Vorgaben erzeugen Handlungsdruck bei den Entscheidungsträgern. Im Sinne einer guten Compliance und zur Erfüllung dieser Vorgaben werden Banken nahezu gezwungen, erforderliches Expertenwissen in ihren Stabsbereichen vorzuhalten.

Damit verbunden ist ein nicht unerheblicher Einsatz monetärer Mittel in Form von Personal- und Sachkosten. Neben der zunehmenden Regulierung belastet insbesondere das anhaltend niedrige Zinsniveau und das steigende Preisbewusstsein der Bankkunden für Ertragslage von Banken. Einen Lösungsweg zur Bewältigung dieser organisatorischen Herausforderung und zur Entlastung der Personal- und Sachkosten sehen Banken hierbei in der Übertragung von Aufgaben und Prozessen auf externe Dienstleister.

Der Gesetzgeber erlaubt diesen Weg ausdrücklich. Gleichwohl wäre es für den Gesetzgeber bzw. die Bankenaufsicht nicht akzeptabel, wenn Kreditinstitute die Kontrolle über die ausgelagerten Teilbereiche und Prozesse verlieren würden. Weiter lesen.. »

Kurzprüfungen als (neues?) Instrument der Revisionsarbeit

6. September 2017 in Kategorie Revision

von
Thorsten Pegelow
Bereichsleiter Revision, Hamburger Sparkasse AG


Die Anforderungen an die Revision bezüglich des Prüfungsumfanges richten sich generell nach AT 4.4.3 Tz. 3 der MaRisk. Dort ist festgelegt, dass die Interne Revision alle Aktivitäten und Prozesse zu prüfen hat. Dabei ist ein risikoorientiertes Vorgehen ebenso unabdingbar wie angewiesen sowie die Ausrichtung der Prüfungshandlungen sowohl auf die internen als auch ausgelagerten Prozesse. Sowohl Breite als auch Tiefe und Rhythmus der Prüfung einzelner Prüfungsfelder obliegen der sachgerechten Bewertung und Disposition der Internen Revision selbst.

Vor dem Hintergrund der Vielzahl an regulatorischen Impulsen sowie des damit steigenden Umfangs der Notwendigkeit sich prüferisch mit den vorgenannten Entwicklungen zu beschäftigen, steht die Interne Revision regelmäßig vor der Frage, wie sinnvoll mit ggf. weniger kritischen/risikobehafteten im Prüfungsuniversum enthaltenen Prüfungsobjekten umzugehen ist.

Unter Berücksichtigung der neu einzuschätzenden Risikolage einzelner Prüfungsobjekte (vgl. MaRisk-E 2017 bzgl. Manipulationsmöglichkeiten von Mitarbeitern in den Prozessen) ist ggf. eine veränderte Ressourcenallokation angeraten, um neben der fachlichen Aufdeckung von Defiziten auch den disziplinierenden Nebeneffekt, den eine Revisionsprüfung zweifellos (unter die Überschrift „Betriebs- oder Prozesstreue”) hat, mit vertretbarem Aufwand ins Haus zu tragen. Nun stehen aber diesen gestiegenen Prüfungsanforderungen nicht in allen Fällen gleichzeitig proportional gestiegene Prüferressourcen gegenüber. Weiter lesen.. »

Datenqualität im Meldewesen

28. August 2017 in Kategorie Revision

von
Moe Kaddouhah
Accounting and Reporting Specialist, Rechnungswesen, sBausparkasse


Die Automatisierung des Meldewesens in Banken schreitet immer weiter voran. Gleichzeitig modernisieren Nationalbanken ihre Schnittstellen, um schneller Zugriff auf die Daten zu erhalten. Verschiedenen Meldungen, die redundant sind, sollen untereinander verglichen werden.

Warum müssen Banken melden?

Banken haben aufgrund verschiedener regulatorischer Vorgaben, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) publiziert werden, bestimmte Meldepflichten einzuhalten. Diese Meldungen werden ausgewertet, um einen statistischen Überblick über den jeweiligen Sektor bzw. über die jeweilige Bank zu erhalten. Aufgrund der Finanzkrise 2007/2008 werden immer komplexere Meldungen angefordert. Auch Basel III, insbesondere die Capital Requirements Regulation (CRR), spielen hier eine gewichtige Rolle bei diversen Meldungen.

Auswirkungen der (schlechten) Datenqualität auf das Meldewesen

Aufgrund der immer kürzeren Meldefristen und den schwachen IT-Ressourcen sowie der immer wachsenden Anforderungen büßen Bank an Datenqualität ein. Durch die kurzen Meldefristen ist es nicht möglich, Daten korrekt zu plausibilisieren. Viele Angaben werden in verschiedensten Meldungen wiederholt eingemeldet (z. B. Aktiva und Passiva). Meldungen müssen zwingend untereinander plausibel sein, was sich als große Herausforderung erweist. Da gewisse IT-Strukturen oder Informationen nicht oder nur unzureichend vorhanden sind, sind Daten auf granularer Ebene, die von diversen Nationalbanken eingefordert werden, nur sehr schwer auswertbar.

Zusätzlich sind Handbücher, welche die ITUmsetzung fördern sollen oder Meldungen erklären sollen, teilweise zu unverständlich und komplex geschrieben. Viele Informatiker können mit dem Thema „Meldewesen“ nichts anfangen. Gleichzeitig werden für Meldungen Anforderungen gestellt, die teilweise unterschiedlich beschrieben werden. Dadurch ist die Fehlerquelle der untereinander nicht plausiblen Meldungen sehr hoch. Mit automatisierten Meldeprozessen versuchen Banken, über ein internes Zwischenprogramm, Meldungen anhand ihrer Positionscodes vollautomatisch aus Vor-systemen zu befüllen. Dieser Prozess soll gewährleisten, dass z. B. eindeutige Bilanzpositionen in verschiedenen Meldungen den selben Saldo ausweisen. Weiter lesen.. »

Revision Geldwäsche und Zentrale Stelle

7. August 2017 in Kategorie Revision

von
Nils Brandt
WP/StB, Senior Manager, Banken und Finanzdienstleister, BDO AG


Die anstehende Verabschiedung des Entwurfs eines Gesetzes zur Umsetzung der vierten EU-Geldwäscherichtlinie, zur Ausführung der EU-Geldtransferverordnung und zur Neuorganisation der Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen wird merkliche Auswirkungen für die Unternehmen sowie auf die Tätigkeiten der Internen Revision und Jahresabschlussprüfer haben, auch wenn durch den Bundesrat noch vereinzelte Nachbesserungen erwartet werden.

Auswirkungen der Regelungen aus der vierten EU-Anti-Geld-wäscherichtlinie

Das neue Geldwäschegesetz (GwG) soll zum 26.06.2017 in Kraft treten. Damit werden die Änderungen der vierten EU-Geldwäsche- Richtlinie zur Geldwäsche- und Terrorismusbekämpfung in Deutschland umgesetzt. Es wird zu zahlreichen Änderungen im GwG, Kreditwesengesetz (KWG) und Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) führen. Der Gesetzgeber hat im Rahmen der Umsetzung der vierten EU-Geldwäscherichtlinie das GwG vollständig neu strukturiert und systematisiert.

Im KWG und ZAG werden dagegen einige geldwäscherechtliche Pflichten gestrichen, da diese Regelungen nunmehr Bestandteil des GwG sind. Das neue GwG wächst von 17 auf 55 Paragraphen, wozu maßgeblich die neuen Regularien zum Transparenzregister und zur Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen beitragen. Hervorzuheben ist sowohl die Erweiterung des Kreises der geldwäscherechtlich Verpflichteten wie auch die Ausdehnung der damit verbundenen Pflichten insbesondere für Unternehmen außerhalb des Finanzsektors. Weiter lesen.. »

Prüfungsbegleitung durch die BaFin

17. Juli 2017 in Kategorie Revision

von
Thomas Maurer
Leiter Revision, Münchner Bank eG


Im Zuge der Modernisierung der Bankenaufsicht auf europäischer und nationaler Ebene hat sich auch die Prüfungspraxis der BaFin in den letzten Jahren verändert. Während die Kreditinstitute noch vor nicht allzu langer Zeit höchstens alle fünf bis zehn Jahre von einer Sonderprüfung betroffen waren, sucht die Aufsicht verstärkt den Kontakt zu den Banken weit über die Sonderprüfungen hinaus. Das Spektrum reicht von Aufsichtsbesuchen über Prüfungsbegleitungen bis hin zu den in immer kürzeren Abständen stattfindenden Sonderprüfungen nach § 44 KWG.

Die Erfahrung mit dieser Aufsichtspraxis hat gezeigt, dass in solchen Fällen Panik und Sorge meist völlig unbegründet sind. Eine Prüfungsbegleitung findet häufig bei Wertpapierprüfungen statt, oft verbunden mit einem zusätzlich angeordneten Prüfungsschwerpunkt durch die BaFin. Fast immer sind bei solchen Aktionen der Aufsicht Interviews mit den handelnden Personen ein zentraler Bestandteil. Die Nachricht, dass ein solches Interview bevorsteht, hat sicher dem ein oder anderen betroffenen Mitarbeiter schon eine schlaflose Nacht bereitet.

In solchen Situationen gilt, dass eine gute Vorbereitung und ein hohes Fach- und Praxiswissen von den Prüfern der Aufsicht wohlwollend zu Kenntnis genommen werden. Wichtig ist, dass alle Fragen offen und ehrlich beantwortet werden und evtl. vorhandene Mängel nicht verschwiegen werden. Auch bei von den Vorstellungen der Aufsicht abweichendem Vorgehen in der Bank wird dies bei einer fundierten Begründung meist akzeptiert. In der Regel verlaufen die Interviews in einer entspannten, konstruktiven Atmosphäre. Weiter lesen.. »