Prüfung von Bauträgerkrediten

10. Mai 2017 in Kategorie Revision

von
Simon Hirzel
Stv. Leiter Interne Revision, Volksbank Breisgau Nord eG


Im Rahmen des anhaltenden Niedrigzinsumfelds stellen Bauträgerfinanzierungen ein interessantes Geschäftsfeld in der Bankenlandschaft dar. Einlagen der Passivseite sind aufgrund von Negativzinsen für die Bank teuer, die Fristentransformation funktioniert nicht mehr wie gewünscht. Da ist es naheliegend, mit großvolumigen Bauträgerfinanzierungen nicht nur den Passivüberhang abzubauen, sondern auch noch vergleichsweise attraktive Margen zu erzielen. Gelingt es zudem, den Vertrieb der Wohnungen über die eigene Immobilienabteilung oder -gesellschaft abzubilden und im Idealfall auch noch die Finanzierung der Wohnungskäufer zu erlangen, entsteht auch noch lukratives Folgegeschäft.

Bei allen Chancen, die das Bauträgergeschäft bietet, dürfen aber die Risiken nicht vernachlässigt werden. Zwar ist die Ausfallrate der Bauträger in den vergangenen Jahren im Rahmen des boomenden Immobilienmarktes stetig zurückgegangen, doch auch in einem fast schon „goldenen“ Marktumfeld haben nicht alle Akteure positive Renditen erwirtschaftet und die Ausfälle liegen noch immer über dem in anderen Branchen Üblichen. Spannend ist vor allem die Frage, wie lange die Bauwirtschaft das eingeschlagene Tempo noch halten und am Immobilienmarkt Höchstpreise erzielen kann.

Kommt es zu einer Verlangsamung bzw. einem Ende des Baubooms, werden zahlreiche Bauträger Probleme bekommen, die erstellten Wohnungen zu angemessenen Preisen zu verkaufen. Für die Bank heißt dies im schlimmsten Fall, dass keine Rückzahlung der Kredite mehr erfolgen kann. So drohen dann auch kleinen Banken Ausfälle in Millionenhöhe, die Betriebsergebnis und Eigenkapital massiv belasten können. Um diesen Risiken zu begegnen, ist die Prüfung von Bauträgerengagements revisionsseitig von hoher Bedeutung. Weiter lesen.. »

Beurteilung der Qualität von (Risiko-)Daten

7. April 2017 in Kategorie IT / Orga / Neue Medien, Revision

von
Jürgen Krug
IT-Revisor, Zentralrevision, Frankfurter Sparkasse


Die wirksame Risikosteuerung rückt immer stärker in den Fokus der Aufsicht. Auch wird die Tragweite der vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht im Januar 2013 veröffentlichten „Grundsätze für die effektive Aggregation von Risikodaten und die Risikoberichterstattung“ (BCBS 239) mittlerweile immer deutlicher. Im Hinblick auf die daraus resultierenden zum Teil gravierenden Anpassungen der IT-Systeme und Prozesse ist es notwendig, die bisherige Prüfungspraxis zu überdenken und anzupassen.

Aufgrund der zunehmenden Verzahnung unterschiedlicher IT-Systeme wird die Prüfung bzw. die Beurteilung der Datenqualität immer anspruchsvoller. Verbunden mit der Flut an Daten erfordert die effizient zu gestaltende Prüfung eine zielgerichtete Strategie. Schauen wir uns die Beurteilung des Daten-Risikomanagements am Beispiel CreditPortfolioView (CPV) näher an und lenken den Blick auf ausgewählte Aspekte.

Prüfungsziel und Methode

Zuerst sind das Prüfungsziel und die damit verbundene Methode festzulegen. Auf Basis der definierten Prozesse und Arbeitsanweisungen sollte anschließend die Frage geklärt werden, wie „tiefgehend” die Prüfung sein soll und welche (kritischen) Systeme und Daten zu berücksichtigen sind. Des Weiteren sind die Schnittstellen eindeutig abzugrenzen und die Art des Zugriffs auf die Daten festzulegen. Hierzu sind natürlich u. a. die erforderlichen Leserechte rechtzeitig anzufordern. Im Fall von Auslagerungen stellt sich die Frage, ob die vertraglichen Grundlagen einschließlich Service Level Agreements geprüft werden sollen. Weiter lesen.. »

Das Kreditmeldewesen im Fokus externer und interner Prüfungen

24. März 2017 in Kategorie Revision

von
Andreas Gertz
Diplom-Kaufmann
Fachrevisor in der Abteilung Kreditrevision, Schwerpunkte Prüfung des Kreditgeschäfts und der Problemkreditbearbeitung einschl. Risikovorsorge, Kredit-Meldewesen, Projektarbeit Sparkasse Essen


Die Groß- und Millionenkreditvorschriften gehören zu den wichtigsten gesetzlichen Normen der Kreditwirtschaft. Sie sind regelmäßig Gegenstand externer Prüfungen. Untersuchungen des KWG-Meldewesens erfolgen in Sparkassen durch die regelmäßige (häufig jährliche) Prüfung des zuständigen Sparkassenverbands oder durch unregelmäßige Prüfungen der Aufsicht.

Die Interne Revision prüft und beurteilt die Wirksamkeit und Angemessenheit des Risikomanagements und des Internen Kontrollsystems sowie die Ordnungsmäßigkeit grundsätzlich aller Prozesse und Aktivitäten.

Insbesondere dient ihre Tätigkeit der Einhaltung der für das Kreditinstitut geltenden Gesetze und sonstiger Vorschriften und der Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit des Kreditinstituts. Somit steht das Kredit-Meldewesen regelmäßig im Fokus der Prüfungstätigkeiten der Internen Revision. Die nachfolgende Übersicht zeigt auf, wie sich der Prüfer dem Prüffeld „Kredit-Meldewesen“ nähern kann und wo die Schwerpunkte der Prüfung des Kredit-Meldewesens gesetzt werden können. Weiter lesen.. »

Plausible Stresstests auf Gesamtbankebene zur Früherkennung von Risiken

3. März 2017 in Kategorie Revision

von
Kester Kleinert
Leiter Unternehmensentwicklung, Bremer Aufbau-Bank GmbH


Stresstests sollen außergewöhnliche, aber plausibel mögliche Ereignisse auf allen relevanten Ebenen eines Institutes abbilden. Sie stellen häufig komplexe Simulationen dar, die insbesondere auf Gesamtinstitutsebene zusätzlich externe Faktoren und Wirkungszusammenhänge berücksichtigen (müssen). Sie sind gemäß MaRisk für die vom Institut als wesentlich identifizierten Risikoarten regelmäßig und anlassbezogen durchzuführen.

Gerade die Definition von Stresstests mit Auswirkungen auf das Gesamtrisikoprofil eines Institutes oder die Definition von inversen Stresstests stellen die Institute vor Herausforderungen – zumal die Stresstestdefinitionen das individuelle Geschäftsmodell des Institutes angemessen berücksichtigen müssen. Weiter lesen.. »

Einfluss europäischer Regularien auf die Prüfungsplanung der Internen Revision einer Regionalbank

30. Januar 2017 in Kategorie Revision

von
Helga Grubits
Leiterin, Interne Revision, Sopron Bank Burgenland Revision, Sopron Bank Burgenland


Die Revision erstellt jährlich einen risikoorientierten Prüfungsplan für die Bank. Es sind alle Aktivitäten und Prozesse und Bereiche des Instituts in angemessener Zeit, grundsätzlich innerhalb von drei Jahren zu prüfen. Wenn wesentliche Risiken bestehen, sind diese mindestens jährlich zu prüfen. Der Prüfungsplan wird anhand der Prüflandkarte erstellt, die alle zu prüfenden Bereiche samt Risikobewertung der letzten Prüfung umfasst, wobei auch der Prüfungsturnus festgehalten ist. Die Geschäftsleitung ist in den Erstellungsprozess einzubinden. In Ungarn muss der jährlich erstellte Prüfungsplan vom Aufsichtsrat genehmigt werden.

Einfluss der Regularien

Die nationalen Vorschriften in Ungarn schreiben vor, dass alle ausgelagerten Tätigkeiten jährlich zu überprüfen sind, die Geldund Depositendeckung sogar jeweils nach einem Quartal, also vier Mal in einem Jahr. Die europäischen Regularien schreiben auch viele jährliche Pflichtprüfungen vor, wie z. B. die Prüfung des gesamten Risikomanagementsystems, Rating, ICAAP, Vergütungspolitik, Teile des Meldewesens: COREP, FINREP sowie Compliance. Auf Grund der zunehmenden Zahl der nach gesetzlichen Bestimmungen zu prüfenden Bereiche werden in einer kleinen Bank andere Bereiche stark nach Risikobewertung ausgewählt. Weiter lesen.. »