RevisionsPraktiker 04-05/2017

Liebe Leserinnen und Leser,

etwas über ein Jahr ist nun seit Einführung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie vergangen und man kann sicher behaupten, dass es für die Bankenbranche eine bisweilen schwere Geburt war. Die Eingriffe des Gesetzgebers unter dem Anstrich des Verbraucherschutzes sind weitreichend, in manchen Fällen gar dramatisch. Der faktische Ausschluss älterer Menschen vom Kreditmarkt, die Stigmatisierung befristet Beschäftigter als nicht nachhaltig kreditwürdig und der massive Eingriff in die persönliche Lebensgestaltung, wie z. B. das Verbot, die Rückführung des Darlehens aus dem finanzierten Objekt zu ermöglichen sind geschaffene Tatsachen, welche man sich vor einigen Jahren nicht einmal im Traum vorstellen konnte.

Den wohlgemeinten Ansatz, den Verbraucher vor Negativeffekten zu schützen, wie sie in der Immobilienkrise in den USA entstanden sind, darf man dabei nicht verkennen und im aktuellen Marktumfeld werden zunehmend Warnungen vor solchen Immobilienblasen vorgetragen.

Doch es war sicher nicht das Geschäftsmodell der deutschen Immobilienfinanzierer, überteuerte Immobilien zu verkaufen und immer höher zu beleihen, um weitere Kredite vergeben zu können. Die Kreditausfälle der Vergangenheit haben gezeigt, dass zum einen die Banken grundsätzlich mit Augenmaß Kredite vergeben haben und zum anderen die Kreditnehmer „fürs Häusle“ bereit sind, auch weitreichende Einschränkungen in der individuellen Lebensführung hinzunehmen, um die Immobilie zu halten. Einschränkungen wohlgemerkt, die sich der Kreditnehmer selbst auferlegt, nicht der Gesetzgeber! Weiter lesen.. »

RevisionsPraktiker 02-03/2017

24. Februar 2017 in Kategorie RevisionsPraktiker, Vorstand / Revision / IT

Liebe Leserinnen und Leser,

2017 wird wieder einmal ein sehr spannendes Jahr für die Banken und die Bankenaufsicht: Die neue MaRisk-Novelle, eine erneute Umfrage zum Niedrigzinsumfeld und im Rahmen des SREP Kapitalfestsetzungen für die Masse der Less Significant Institutions (LSI).

Hatten 2016 mehr als 300 LSI den individuellen SREP-Bescheid erhalten, sind 2017 die „restlichen“ über 1.300 LSI an der Reihe. Die flächendeckenden SREP-Kapitalfestsetzungen stellen einen Wendepunkt in der deutschen Aufsichtshistorie dar und spiegeln letztlich den neuen stark quantitativen Aufsichtsansatz der EZB wider.

Neu ist auch, dass erstmals qualitative Einstufungen im bankaufsichtlichen Risikoprofil – über einen bucket-Ansatz – unmittelbare Auswirkungen auf die Mindesteigenkapitalhöhe jedes LSI haben. Während sich die qualitative Komponente des Zinsänderungsrisikos im Anlagebuch noch gut von den Banken thematisch eingrenzen lässt, ist das bankaufsichtliche Betrachtungs- und Beurteilungsspektrum bei ICAAP und Internal Governance wesentlich breiter.

So werden bei Internal Governance im Wesentlichen die Organisations-, Kontroll- und Berichtsstrukturen der gesamten Bank (einschließlich Risikocontrolling- und Compliance-Funktion), das Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsgremium sowie das Interne Kontrollsystem (einschließlich Interner Revision) von der Bankenaufsicht kritisch bewertet.

Dieser Fokus der Bankenaufsicht auf Internal Governance ist insoweit verständlich, zeigt doch die langjährige Erfahrung, dass Schieflagen bei Banken sich zunächst in den sog. „soft facts“ – hierzu gehört Internal Governance – abzeichnen. Weiter lesen.. »

RevisionsPraktiker 12-01/2017

27. Januar 2017 in Kategorie RevisionsPraktiker, Vorstand / Revision / IT

Liebe Leserinnen und Leser,

die nächste Novelle der InstitutsVergV steht bevor. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf hat die BaFin am 10.08.2016 zur Konsultation gestellt. Auf diese Weise sollen die Vergütungsguidelines der EBA (EBA/GL/2015/22) mit Wirkung zum 01.01.2017 in deutsches Recht umgesetzt werden.

Die BaFin hält zwar im Rahmen des Gesetzesentwurfs an der Unterscheidung zwischen bedeutenden und nicht-bedeutenden Instituten fest. Auf europäischer Ebene ist jedoch ein Gesetzgebungsverfahren angestoßen, das diesbezüglich zu Änderungen führen könnte. Im Bereich der allgemeinen Anforderungen hat insbesondere das Erfordernis der Risk Taker-Identifizierung durch sämtliche CRR-Institute erhebliche praktische Konsequenzen. Das gilt namentlich für die nicht-bedeutenden Institute. Denn dieses komplexe Verfahren ist mit erheblichem Aufwand verbunden.

Verschärfungen ergeben sich außerdem im Hinblick auf den Abschluss von Abfindungsvereinbarungen und bei der Gestaltung der Vergütungsparameter, neben qualitativen und quantitativen Parametern sollen zukünftig auch absolute und relative Parameter in den Vergütungssystemen verankert sein. Gleichzeitig gibt es Erleichterungen bei der Zulässigkeit von Funktionszulagen. Weiter lesen.. »

RevisionsPraktiker 12-01/2017

23. Dezember 2016 in Kategorie RevisionsPraktiker, Vorstand / Revision / IT

cover_rp_12_2017-212x300Liebe Leserinnen und Leser,

die nächste Novelle der InstitutsVergV steht bevor. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf hat die BaFin am 10.08.2016 zur Konsultation gestellt. Auf diese Weise sollen die Vergütungsguidelines der EBA (EBA/GL/2015/22) mit Wirkung zum 01.01.2017 in deutsches Recht umgesetzt werden.

Die BaFin hält zwar im Rahmen des Gesetzesentwurfs an der Unterscheidung zwischen bedeutenden und nicht-bedeutenden Instituten fest. Auf europäischer Ebene ist jedoch ein Gesetzgebungsverfahren angestoßen, das diesbezüglich zu Änderungen führen könnte. Im Bereich der allgemeinen Anforderungen hat insbesondere das Erfordernis der Risk Taker-Identifizierung durch sämtliche CRR-Institute erhebliche praktische Konsequenzen. Das gilt namentlich für die nicht-bedeutenden Institute. Denn dieses komplexe Verfahren ist mit erheblichem Aufwand verbunden.

Verschärfungen ergeben sich außerdem im Hinblick auf den Abschluss von Abfindungsvereinbarungen und bei der Gestaltung der Vergütungsparameter, neben qualitativen und quantitativen Parametern sollen zukünftig auch absolute und relative Parameter in den Vergütungssystemen verankert sein. Gleichzeitig gibt es Erleichterungen bei der Zulässigkeit von Funktionszulagen. Weiter lesen.. »

RevisionsPraktiker 10-11/2016

cover_rp_10_2016Liebe Leserinnen und Leser,

vom englischen Naturforscher Charles Darwin stammt das Zitat „Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, auch nicht die intelligenteste, es ist diejenige, die sich am ehesten dem Wandel anpassen kann“.

Veränderungen und Wandel sind stetiger Begleiter des Lebens, sowohl im Leben der Menschen als auch der Unternehmen. Das ist insofern nichts wirklich Neues. Die Veränderungsgeschwindigkeit, deren Dimensionen und Auswirkungen, mit der sich die „Spezies“ Finanzdienstleistungssektor und hier insbesondere die Mitglieder der drei Banksäulen seit geraumer Zeit konfrontiert sehen, verdunkelt den Himmel jedoch zusehends und lässt die Frage nach dem Morgen, dem „Wie-soll-es-weitergehen?“, der Zukunftsfähigkeit insgesamt jedoch immer drängender werden.

Es bedarf mutiger, tatkräftiger Entscheider in den Kreditinstituten, die Entschlossenheit an den Tag legen, um sich der Aufgaben und Herausforderungen anzunehmen. Immanent ist diesen die Bereitschaft zum Wandel – idealerweise gepaart mit unternehmerischer Kreativität.

Die Innenrevision kann hierzu im Rahmen ihrer Aufgaben und Tätigkeiten einen wesentlichen, sinnstiftenden Beitrag leisten. Das bezieht sich jedoch nicht nur auf die prüfende und beratende Tätigkeit der Innenrevision als solche. Auch sie selbst ist aufgefordert, ihre Handlungs- und Vorgehensweise in regelmäßigen Abständen – wenn nicht sogar permanent – auf den Prüfstand zu stellen. Um diesen Aspekt, den sich die Innenrevision überwiegend aus eigenem Antrieb heraus bereits zu Herzen nehmen dürfte, Nachdruck zu verleihen, hat die Bankenaufsicht dieses klarstellend kodifiziert. Neben Ausführungen in den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (z. B. BT 2 Tz 2 hinsichtlich Prüfungsplanung, -methoden und -qualität) hat die BaFin ihrer Erwartungshaltung hierzu durch Schreiben vom 25.10.2013 bzw. im BaFinJournal vom März 2014 weiter konkretisiert. Weiter lesen.. »