ForderungsPraktiker 03/04/2017 inklusive InsoPraktiker

Liebe Leserinnen und Leser,

im März 2016 ist die EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie in nationales Recht überführt worden. Die ersten Reaktionen auf die neuen Regelungen fallen – erwartungsgemäß – unterschiedlich aus. Im Fokus der Kritik stehen insbesondere die Regelungen zur Kreditwürdigkeitsprüfung, die zahlreiche unbestimmte Rechtsbegriffe enthalten. So wird u. a. behauptet, dass durch die neuen Regelungen die Kreditvergabe an bestimmte Zielgruppen wie z. B. junge Familien, Senioren und Personen mit stark schwankenden Erwerbseinkommen unnötig eingeschränkt wird.

Dieser Vorwurf ist nicht neu, er wurde schon im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens erhoben (vgl. BT-Drucks. 18/6286 vom 08.10.2015). In den Medien werden bereits verschiedentlich Anpassungen der neuen Regelungen gefordert. Mittlerweile liegt auch ein Gesetzesantrag der Länder Baden-Württemberg und Hessen vor (vgl. BR-Drucks. 578/16 vom 06.10.2016).

Ausweislich dessen Begründung zielt dieser darauf ab, Defizite bei der Umsetzung der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie in das deutsche Recht zu beseitigen, damit die Vergabe von Immobiliar-Verbraucherdarlehen in Deutschland rechtssicherer erfolgen kann und nicht strengeren Voraussetzungen unterliegt als in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Ebenfalls in der politischen Diskussion steht momentan die Vorfälligkeitsentschädigung. Weiter lesen.. »

BankPraktiker 03/2017

Liebe Leserinnen und Leser,

die Einführung der SREP-Guidelines durch die EBA im Dezember 2014 hat den aufsichtlichen Überprüfungsprozess um die Analyse und Bewertung der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells der Banken erweitert.

Gleichzeitig geraten die seit Jahrzehnten im Vergleich mit anderen Branchen nur wenig veränderten Geschäftsmodelle durch die zunehmend spürbare Negativzinsphase weiter unter Druck. Insbesondere deutsche Banken sind im internationalen Vergleich aufgrund ihrer Struktur anfällig, da etwa drei Viertel ihres Ergebnisses aus dem gefährdeten Zinsüberschuss resultiert. Der technologische Fortschritt verstärkt diese Entwicklung in einem bisher nicht erlebten Tempo.

Die systematische Nutzung der schnellen und intelligenten Verarbeitung riesiger Datenmengen (Big Data) erfordert spezielles Wissen und eine Unternehmenskultur, die in FinTechs selbstverständlich ist, in den meisten Banken aber nur langsam Einzug hält. Gesetzliche Initiativen hinsichtlich der Fremdnutzung von Kundendaten (PSD II) erleichtern weitere Angriffe auf das Geschäftsmodell.

Über die unter den herausfordernden Wettbewerbsbedingungen zunehmende Regulatorik wird gerne – sicher nicht immer zu Unrecht – geschimpft. Lösungen werden oft in der zusätzlichen Übernahme von Risiken gesucht. So werden nicht selten die Eigenanlagen um spekulative Anlageklassen erweitert. In einer Phase, in der die Märkte aufgrund übergeordneter politischer Ziele der EZB mit Liquidität geflutet sind, ein zunehmend riskanter Weg. Weiter lesen.. »

BankPraktiker 02/2017

Liebe Leserinnen und Leser,

viele Banker sehen mit zunehmender Sorge den steigenden Druck, unter den die Ertragslage vieler Institute in den nächsten Jahren geraten wird. Bedingt ist diese Entwicklung durch zwei Faktoren: Einerseits verringern die historisch niedrigen Zinsen und die daraus entstehende verringerte Zinsmarge das Ergebnis. Eine Aufholung der einbrechenden Erträge aus dem nicht zinstragenden Geschäft ist dabei schwierig, insbesondere da weitere Ertragsquellen ein stark umkämpfter Markt sind.

Andererseits verschärfen sich aufsichtsrechtliche Anforderungen in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit. Die Erfüllung dieser Anforderungen bindet Personalressourcen und führt zu Kostensteigerungen. Ein Ausweg aus dieser Situation ist nur schwer zu finden und kann lediglich über mehrere kleine Schritte erreicht werden. Es ist zunehmend eine Abwehrhaltung der zuständigen Stellen auf regulatorisch getriebene Neuerungen erkennbar.

Neben einer strategischen Neuausrichtung kann jedoch auch der Umgang mit neuen aufsichtsrechtlichen Anforderungen entscheidend sein. Es sollten nicht nur große aufsichtsrechtlich getriebene „Papiertiger“ aufgebaut und ausschließlich die Erfüllung der Vorschriften in den Fokus gerückt werden.

Oft kann es sich lohnen, den Grund der Regulierung zu hinterfragen und darin einen Sinn zu erkennen. Damit ist in manchen Fällen eine Umsetzung von neuen Anforderungen dergestalt möglich, dass neben der Einhaltung von Aufsichtsrecht auch ein tatsächlicher betriebswirtschaftlicher Nutzen entsteht, also sprichwörtlich: „Aus der Not eine Tugend machen!“. Weiter lesen.. »

CompRechtsPraktiker 01-02/2017

CRP_Cover_11_2015_WEBLiebe Leserinnen und Leser,

es ist heutzutage eine Selbstverständlichkeit, sich und andere über das Internet und diverse Social Media-Kanäle über Rechtsthemen zu informieren. Oder etwa nicht?

Wie eine Studie zur Web-Visibilität von Wirtschaftskanzleien im Frühjahr dieses Jahres herausfand, sind viele der marktführenden Kanzleien in den sozialen Netzwerken gar nicht oder nur zurückhaltend aktiv. Die die Studie durchführende Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor stellte fest, dass es insbesondere Commercial Law Firms nicht gelingt, oft – und dann auch noch positiv – von sich im Web reden zu machen. Die Schlussfolgerung: Die Kanzleien seien noch nicht im Social Media-Zeitalter angekommen.

Nun liegt es an der Anwaltschaft – auch, aber nicht nur in Großkanzleien –, diesen Vorwurf zu entkräften und darüber hinaus die Vorteile einer Vernetzung über die Neuen Medien zu nutzen. Die Pluspunkte eines gelungenen Social Media-Auftritts liegen auf der Hand: Aktuelle (Fach-)Informationen können schneller verbreitet und rezipiert werden als über Print-Medien. Zudem ist eine Vernetzung „Gleichgesinnter“ – auch über Landesgrenzen hinweg – schnell und einfach möglich. Letztlich kann sich der Social Media-Profi über seine Online-Aktivitäten im Markt einen Namen machen und im besten Fall sogar Mandate akquirieren.

In diesem Sinne hat der Verfasser als Co-Leiter des Teams Complex Disputes der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft den Einstieg in die Welt der Social Media gewagt. Das Team Complex Disputes, das sich auf die gerichtliche und außergerichtliche Streitbeilegung in rechtlich und tatsächlich komplexen Fällen spezialisiert hat, betreibt nunmehr einen eigenen Blog (http://www.luther-lawfirm.com/blog/complex-disputes/). Die dort aufbereiteten Neuigkeiten aus der Welt der (außer-)gerichtlichen – auch bankrechtlichen – Streitbeilegung werden auch über Twitter (@ComplexDisputes), eine LinkedIn-Fokusseite (Luther Complex Disputes) und einen Newsletter (Anmeldung über: complex-disputes@luther-lawfirm.com) verbreitet. Damit soll allen Interessierten ein passender Kanal geboten werden. Weiter lesen.. »

Prüfung der Risikokultur

18. November 2016 in Kategorie Risikocontrolling / Steuerung / Bilanz

09052016

von
Thomas Maurer
Leiter Revision, Münchner Bank eG


In AT 3 der MaRisk 2016 wird der Vorstand unter anderem dazu verpflichtet, eine angemessene Risikokultur zu entwickeln, zu fördern und zu integrieren. Somit wird mit Inkrafttreten der MaRisk 2016 auch der Internen Revision erneut ein zusätzliches Prüffeld auferlegt, nämlich die Prüfung, ob das Institut eine angemessene Risikokultur etabliert hat. Diese Prüfung dürfte den meisten internen Prüfern zumindest bei der erstmaligen Durchführung einiges an Kopfzerbrechen bereiten. Geht es doch hier nicht nur um beweisbare Zahlen, Daten und Fakten, sondern auch um Verhaltensweisen, Vorbildfunktion, Kritikfähigkeit und einige „soft facts“ mehr.

Diese sind naturgemäß mit den etablierten Prüfungsmethoden und Werkzeugen nur schwer zu greifen. Zur Herleitung eines sachgerechten Prüfungsansatzes empfiehlt sich ein Blick in die Rechtsgrundlagen, die dieser neuen MaRisk-Vorschrift zu Grunde liegen. Im April 2014 hat das FSB einen Leitfaden veröffentlicht, der über das BaFin Journal vom Mai 2014 abrufbar ist, leider nur in englischer Sprache. Auch der Baseler Bankenausschuss BCBS hat sich im Juli 2015 mit diesem Thema im Rahmen der Corporate-Governance-Prinzipien für Banken auseinandergesetzt. Weiter lesen.. »