BankPraktiker 02/2017

Liebe Leserinnen und Leser,

viele Banker sehen mit zunehmender Sorge den steigenden Druck, unter den die Ertragslage vieler Institute in den nächsten Jahren geraten wird. Bedingt ist diese Entwicklung durch zwei Faktoren: Einerseits verringern die historisch niedrigen Zinsen und die daraus entstehende verringerte Zinsmarge das Ergebnis. Eine Aufholung der einbrechenden Erträge aus dem nicht zinstragenden Geschäft ist dabei schwierig, insbesondere da weitere Ertragsquellen ein stark umkämpfter Markt sind.

Andererseits verschärfen sich aufsichtsrechtliche Anforderungen in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit. Die Erfüllung dieser Anforderungen bindet Personalressourcen und führt zu Kostensteigerungen. Ein Ausweg aus dieser Situation ist nur schwer zu finden und kann lediglich über mehrere kleine Schritte erreicht werden. Es ist zunehmend eine Abwehrhaltung der zuständigen Stellen auf regulatorisch getriebene Neuerungen erkennbar.

Neben einer strategischen Neuausrichtung kann jedoch auch der Umgang mit neuen aufsichtsrechtlichen Anforderungen entscheidend sein. Es sollten nicht nur große aufsichtsrechtlich getriebene „Papiertiger“ aufgebaut und ausschließlich die Erfüllung der Vorschriften in den Fokus gerückt werden.

Oft kann es sich lohnen, den Grund der Regulierung zu hinterfragen und darin einen Sinn zu erkennen. Damit ist in manchen Fällen eine Umsetzung von neuen Anforderungen dergestalt möglich, dass neben der Einhaltung von Aufsichtsrecht auch ein tatsächlicher betriebswirtschaftlicher Nutzen entsteht, also sprichwörtlich: „Aus der Not eine Tugend machen!“. Weiter lesen.. »

CompRechtsPraktiker 01-02/2017

CRP_Cover_11_2015_WEBLiebe Leserinnen und Leser,

es ist heutzutage eine Selbstverständlichkeit, sich und andere über das Internet und diverse Social Media-Kanäle über Rechtsthemen zu informieren. Oder etwa nicht?

Wie eine Studie zur Web-Visibilität von Wirtschaftskanzleien im Frühjahr dieses Jahres herausfand, sind viele der marktführenden Kanzleien in den sozialen Netzwerken gar nicht oder nur zurückhaltend aktiv. Die die Studie durchführende Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor stellte fest, dass es insbesondere Commercial Law Firms nicht gelingt, oft – und dann auch noch positiv – von sich im Web reden zu machen. Die Schlussfolgerung: Die Kanzleien seien noch nicht im Social Media-Zeitalter angekommen.

Nun liegt es an der Anwaltschaft – auch, aber nicht nur in Großkanzleien –, diesen Vorwurf zu entkräften und darüber hinaus die Vorteile einer Vernetzung über die Neuen Medien zu nutzen. Die Pluspunkte eines gelungenen Social Media-Auftritts liegen auf der Hand: Aktuelle (Fach-)Informationen können schneller verbreitet und rezipiert werden als über Print-Medien. Zudem ist eine Vernetzung „Gleichgesinnter“ – auch über Landesgrenzen hinweg – schnell und einfach möglich. Letztlich kann sich der Social Media-Profi über seine Online-Aktivitäten im Markt einen Namen machen und im besten Fall sogar Mandate akquirieren.

In diesem Sinne hat der Verfasser als Co-Leiter des Teams Complex Disputes der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft den Einstieg in die Welt der Social Media gewagt. Das Team Complex Disputes, das sich auf die gerichtliche und außergerichtliche Streitbeilegung in rechtlich und tatsächlich komplexen Fällen spezialisiert hat, betreibt nunmehr einen eigenen Blog (http://www.luther-lawfirm.com/blog/complex-disputes/). Die dort aufbereiteten Neuigkeiten aus der Welt der (außer-)gerichtlichen – auch bankrechtlichen – Streitbeilegung werden auch über Twitter (@ComplexDisputes), eine LinkedIn-Fokusseite (Luther Complex Disputes) und einen Newsletter (Anmeldung über: complex-disputes@luther-lawfirm.com) verbreitet. Damit soll allen Interessierten ein passender Kanal geboten werden. Weiter lesen.. »

Prüfung der Risikokultur

18. November 2016 in Kategorie Risikocontrolling / Steuerung / Bilanz

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von
Thomas Maurer
Leiter Revision, Münchner Bank eG


In AT 3 der MaRisk 2016 wird der Vorstand unter anderem dazu verpflichtet, eine angemessene Risikokultur zu entwickeln, zu fördern und zu integrieren. Somit wird mit Inkrafttreten der MaRisk 2016 auch der Internen Revision erneut ein zusätzliches Prüffeld auferlegt, nämlich die Prüfung, ob das Institut eine angemessene Risikokultur etabliert hat. Diese Prüfung dürfte den meisten internen Prüfern zumindest bei der erstmaligen Durchführung einiges an Kopfzerbrechen bereiten. Geht es doch hier nicht nur um beweisbare Zahlen, Daten und Fakten, sondern auch um Verhaltensweisen, Vorbildfunktion, Kritikfähigkeit und einige „soft facts“ mehr.

Diese sind naturgemäß mit den etablierten Prüfungsmethoden und Werkzeugen nur schwer zu greifen. Zur Herleitung eines sachgerechten Prüfungsansatzes empfiehlt sich ein Blick in die Rechtsgrundlagen, die dieser neuen MaRisk-Vorschrift zu Grunde liegen. Im April 2014 hat das FSB einen Leitfaden veröffentlicht, der über das BaFin Journal vom Mai 2014 abrufbar ist, leider nur in englischer Sprache. Auch der Baseler Bankenausschuss BCBS hat sich im Juli 2015 mit diesem Thema im Rahmen der Corporate-Governance-Prinzipien für Banken auseinandergesetzt. Weiter lesen.. »

Die neue Marktrisikoregulierung

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Peter Quell
Leiter Portfoliomodelle, Controlling, DZ BANK AG


Im Januar 2016 legte der Baseler Ausschuss mit dem finalen Entwurf des sog. „Fundamental Review of the Trading Book“ (http://www.bis.org/bcbs/publ/d352.htm) die umfangreichste Reform der Handelsbuchregulierung der letzten Jahre vor. Schwerpunkte bilden hierbei eine Neuregelung der Abgrenzung zwischen Handelsbuch und Anlagebuch, umfangreiche methodische Vorgaben zur Nutzung interner Risikomodelle und die obligatorische Implementierung des neuen Standardansatzes. Gerade letzterer Punkt wird für alle Institute interessant sein, da hiermit insbesondere auch die Eigenmittelunterlegung von Marktpreisrisiken im Anlagebuch tangiert wird.

Abgrenzung Handelsbuch/Anlagebuch

Leitgedanke bei der Neuordnung der Zuordnung von Positionen zu Handelsbuch bzw. Anlagebuch war die Verringerung bzw. Vermeidung von regulatorischer Arbitrage durch entsprechende Zuordnung von Finanzinstrumenten. Neben der Angleichung der Kapitalanforderungen berücksichtigt der Baseler Ausschuss hierbei Aspekte der Handelsabsicht sowie des Risikomanagements. Konkret werden Empfehlungslisten von Finanzinstrumenten gegeben, welche dem Handelsbuch zuzuordnen sind. Hierunter fallen u. a. Positionen, bei denen eine kurzfristige Gewinnerzielungsabsicht gegeben ist, Instrumente der Accounting Kategorien „Trading Assets oder Liabilities“, Instrumente im Kontext Market Making, börsennotierte Aktien sowie Optionen und Derivate auf vorstehend genannte Positionen. Weiter lesen.. »

Änderung der Institutsvergütungsverordnung

7. November 2016 in Kategorie Bankrecht, Risikocontrolling / Steuerung / Bilanz

BDOvon
Lars Marcel Hansen, Wirtschaftsprüfer, Senior Manager
Patrick Hüser, Doktorand der Ottovon-Guericke Universität Magdeburg
Michael Haverkamp, Prüfungsassistent, BDO AG Wirtschaftsprüfungs-gesellschaft, Frankfurt am Main


Notwendigkeit der Überarbeitung der InstitutsVergV

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 10.08.2016 eine Konsultationsfassung der InstitutsVergV veröffentlicht. Notwendig wurde dies durch die Neufassung der EBA-Leitlinien vom 27.06.2016, welche ab 01.01.2017 gelten. Dabei besteht das Bestreben der EBA, durch die laufende Überprüfung und Anpassung der Regelungen, eine größtenteils einheitliche Ausgestaltung der Vergütungsvorschriften zur Steuerung europaweiter Anreizsysteme herbeizuführen.

Schwerpunktthemen des vorgelegten Entwurfs

Änderungen, Klarstellungen bzw. Konkretisierungen im vorgelegten Entwurf der InstitutsVergV ergeben sich insbesondere bei der Pflicht zur Identifizierung der Risikoträger, dem Verhältnismäßigkeitsprinzip, den Vergütungsarten, der Risikoadjustierung, der Vergütung in bail-infähigen Instrumenten, bei Gruppenrisikoträgern sowie bei Förderbanken. Die Pflicht zur Identifizierung von Risikoträgern im Unternehmen wird künftig auf alle CRRInstitute ausgeweitet. Weiter lesen.. »